Nach Asylantengewalt

Stadt Amberg: Es gibt keine rechtsextreme Bürgerwehr

AMBERG. Die Stadt Amberg hat Medienberichten über eine angeblich patrouillierende Bürgerwehr von Rechtsextremisten widersprochen. „Es hat im Stadtbild nie eine solche Patrouille und auch keine rechte Bürgerwehr gegeben“, sagte Stadtsprecher Thomas Grammel dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Anlaß für die falsche Berichterstattung sei das Auftreten von vier Nürnberger NPD-Mitglieder am Sonntag in Amberg gewesen, betonte Grammel. Die Männer sollen einige Minuten in roten Westen durch die Stadt spaziert sein. Dann hätten sie wieder den Heimweg angetreten. „Anschließend hat sich eine riesige Medienwelle über die Stadt ergossen. Wir werden völlig zu Unrecht als rechte Hochburg stigmatisiert. Hätten Fußballfans randaliert, hätte es keine Berichte gegeben.“

Stadtsprecher widerspricht dem Oberbürgermeister

Damit widerspricht der Stadtsprecher auch dem Amberger Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU). Der hatte zuvor die Existenz von patrouillierenden Gruppen gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung bestätigt. Er sei „schockiert“ über das Ausmaß der Reaktionen auf die Gewalttat vom vergangenen Samstag.

An dem Tag hatten in der oberpfälzischen Stadt vier Asylbewerber zwölf Passanten angegriffen, beleidigt und verletzt. Ein 17jähriger wurde so schwer am Kopf getroffen, daß er stationär im Krankenhaus behandelt werden mußte. Die aus Afghanistan und dem Iran stammenden Täter sitzen in Untersuchungshaft. (tb/ag)

In der Amberger Innenstadt hat es laut Stadtsprecher keine Patrouille einer rechtsextremen Bürgerwehr gegeben Foto: picture alliance/Armin Weigel/dpa

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