Leipzig

Sachsens Justizminister verurteilt Anschlag auf Gerichtsgebäude

LEIPZIG. Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) hat den Angriff auf die Außenstelle des Bundesgerichtshofes (BGH) und der Generalbundesanwaltschaft in Leipzig scharf verurteilt. „Erschreckend ist die Professionalität, mit der dieser Angriff vorgenommen wurde, in arbeitsteiligem Zusammenwirken an verschiedenen Angriffspunkten mit ganz großen Gefahren für das Gebäude, aber auch für Leib und Leben von Menschen. Das hat schon eine Qualität, die menschenverachtend ist“, sagte er der Leipziger Volkszeitung.

In der Silvesternacht hatte demnach eine Gruppe von 50 bis 60 Vermummten eine Barrikade auf der Straße vor dem Gebäude errichtet und Wurfeisen auf der Fahrbahn verteilt, um Fahrzeuge zu stoppen. Dadurch seien drei Feuerwehrwagen und ein Polizeiauto beschädigt worden.

Angreifer legen Feuer an Gebäude

Anschließend zerstörten die Angreifer mehrere Fensterscheiben und legten einen Brand an der Eingangstür und einem Hintereingang. Das Feuer griff jedoch nicht auf das Gebäude über. Sechs geparkte Fahrzeuge und ein Nachbarhaus wurden ebenfalls angegriffen. Dabei wurde niemand verletzt, teilte die Polizei mit.

Gemkow erinnerte an ähnliche Anschläge in Leipzig aus der Vergangenheit. Die Stadt geriet immer wieder wegen linksextremer Ausschreitungen in die Schlagzeilen. Bislang gibt es kein Bekennerschreiben, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamts Sachsen auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT.

Nach einem Angriff mit Steinen und Farben auf das Amtsgericht Hamburg in der Silvesternacht tauchte hingegen ein Bekennerschreiben auf der linksextremen Online-Plattform Indymedia auf. Darin erklärten sich die Verfasser solidarisch mit den Angeklagten des Verfahrens wegen der Krawalle während des G20-Gipfels in der Hansestadt 2017. (ag)

Brandspuren an der Wand zeugen vom Angriff auf die Außenstelle des Bundesgerichtshofes in Leipzig Foto: picture alliance/Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

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