Zentrum für politische Schönheit

Ruch fordert Ächtung und Ausgrenzung der AfD

BERLIN. Der Chef des Zentrums für politische Schönheit, Philipp Ruch, hat sich dafür ausgesprochen, die AfD nicht mehr als Partei zu behandeln. Es sei viel zu freundlich, die AfD als Partei zu bezeichnen, sagte Ruch dem ARD-Magazin „Titel, Thesen, Temperamente“.

„Wir leiden an einer Höflichkeitslähmung. Ich glaube, wir müssen umdenken und wir müssen anerkennen, daß wir die AfD eigentlich nicht länger als Partei bezeichnen dürfen, sondern die AfD als rechtextreme Organisation bezeichnen, behandeln und reflektieren müssen.“ Man müsse sich gegen Antidemokraten wehren. Die AfD müsse geächtet und ausgeschlossen werden, forderte Ruch. Die Partei versuche, die Demokratie von innen heraus auszuhöhlen, bis sie brüchig würde.

„Wir wissen, was Faschisten vorhaben“

Scharfe Kritik äußerte Ruch in diesem Zusammenhang an den Medien. Diese hätten in ihrer Berichterstattung über die AfD und deren jüngste Wahlerfolge vollkommen versagt. Politische Talkshows wie Sandra Maischberger hätten die Themen der AfD salonfähig gemacht. Die AfD gehöre aber nicht in das Meinungsspektrum der pluralen Demokratie, weshalb Ruch dafür warb, Politiker der Partei aus Talksendungen und Wahlrunden auszuschließen. Neutralität gegenüber Rechten sei keine Alternative.

„Wir wissen, was Faschisten vorhaben“, warnte Ruch. Man müsse jetzt darüber nachdenken, was zu tun sei, wenn es irgendwann einmal ein Koalitionsangebot an die AfD gebe. „Die AfD darf niemals in an irgendeiner Regierung in irgendeiner Form beteiligt werden.

Ruchs Zentrum für politische Schönheit hat der AfD bereits seit längerem den Kampf angesagt. Für Aufsehen sorgte der Nachbau des Berliner Holocaust-Mahnmals auf dem Nachbargrundstück von Thüringens AfD-Chef Björn Höcke. Im vergangenen Jahr war die Gruppe in die Kritik geraten, nachdem sie einen Online-Pranger für rechte Demonstranten aus Chemnitz eingerichtet hatte. (krk)

Philipp Ruch Foto: picture alliance/ZUMA Press

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