Vor dem Urnengang

Brandenburg: Woidke warnt vor AfD-Wahlsieg

POTSDAM. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat vor einem Sieg der AfD bei der Landtagswahl am 1. September gewarnt. Es sei kein Schreckgespenst, das seine Partei an die Wand male, sondern ein AfD-Sieg könne „bittere Realität“ werden, schrieb er laut Potsdamer Neuesten Nachrichten in einer Rundmail an die SPD-Mitglieder in dem Bundesland.

Damit reagierte der 57 Jahre alte Sozialdemokrat auf eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Demnach könne die AfD mit 21 Prozent stärkste politische Kraft werden, vor der CDU mit 18 Prozent.

Den Sozialdemokraten, die seit 1990 in Brandenburg regieren, droht mit 17 Prozent ein Absturz auf den dritten Platz. Die Grünen kommen aktuell auf 16 Prozent, die Linken auf 14 Prozent. Die FDP erreicht demnach fünf Prozent und muß um den Einzug in den Landtag zittern.

Andere Parteien schließen Koalition mit AfD aus

Der ehemalige Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sprach seiner Partei Mut zu. „2004 lagen wir sechs Wochen vor der Wahl in den Umfragen teilweise abgeschlagen auf dem dritten Platz hinter CDU und Linkspartei und haben am Ende die Wahl gewinnen können.“ In den vergangenen Wochen sei noch eine Menge möglich, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Unterdessen schlossen SPD, CDU, Linkspartei und Grüne eine Koalition mit der AfD aus. Sollte die Partei am Wahltag stärkste Kraft werden, könnte der Spitzenkandidat der Zweitplatzierten Ministerpräsident einer möglichen Dreierkoalition werden. Derzeit wäre nur ein Dreierbündnis aus CDU, SPD und Grünen möglich. (ag)

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) befürchtet einen AfD-Wahlsieg Foto: picture alliance/Patrick Pleul/ZB/dpa

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