Frauenchiemsee

Schändung von Jodl-Grab: Täter verurteilt

CHIEMSEE. Der Münchner Künstler Wolfram Kastner ist für die Schändung des Grabs von Wehrmachtgeneral Alfred Jodl auf der Insel Frauenchiemsee verurteilt worden. Kastner hatte das Grab des als NS-Kriegsverbrecher verurteilten Jodls mit roter Farbe beschmiert. Nun muß er die Reinigungskosten in Höhe von 4.000 Euro bezahlen, urteilte das Landgericht München I am Dienstag laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa.

Verwandte Jodls hatten Kastner verklagt. Das Gericht sah das Beschmieren des Grabs nicht durch die Meinungsfreiheit gedeckt, sondern sah darin einen Angriff auf das Eigentum der Familie Jodl.

Leichnam eingeäschert und in die Isar gestreut

Der frühere Chef des Wehrmachtführungsstabes liegt aber nicht auf Frauenchiemsee begraben. Nach seiner Verurteilung und Hinrichtung 1946 in Nürnberg wurde sein Leichnam eingeäschert und in den Wenzbach, einem Seitenarm der Isar, gestreut. Seit Jahren befinden sich Jodls Nachkommen im Streit mit der Gemeinde Chiemsee um eine mögliche Auflösung des Grabs.

Mit Farbe beschmiertes Grab von Alfred Jodl Foto: JF

Anfang des Jahres beschloß der Gemeinderat, das Grab zu erhalten, allerdings ohne das eingravierte Eiserne Kreuz. Zudem sollen nur noch die Mitglieder der Familie Jodl auf dem Grabstein genannt werden dürfen, die tatsächlich dort begraben sind. Nach dem Willen der Gemeinde soll Jodls Name mit einer Platte verdeckt werden. (tb)

Jodl-Grab auf der Insel Frauenchiemsee Foto: picture alliance/Angelika Warmuth/dpa

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