Joachim Kuhs
Schaeuble
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) Foto: picture alliance/Michael Kappeler/pool/dpa

„Anständiger Kerl“
 

CDU-Vorsitz: Schäuble spricht sich für Merz aus

BERLIN. Im Rennen um den CDU-Vorsitz hat Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) seiner Partei geraten, auf Friedrich Merz zu setzen. „Es wäre das Beste für das Land, wenn Friedrich Merz eine Mehrheit auf dem Parteitag erhielte. Das würde es erleichtern, wieder zu einer Integration der politischen Kräfte zur Mitte hin zu kommen und unser System zu stabilisieren. Die politischen Ränder würden wieder schwächer“, sagte Schäuble der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Merz sende mit klaren Konzepten klare Signale und habe den Mut, nicht nur das Ende einer Diskussion abzuwarten, sondern sie statt dessen zu gestalten. „Das stößt auch mal auf Widerstand, aber das tut der politischen Debatte gut“, lobte Schäuble den 63 Jahre alten Juristen.

Lob für Merkels Regierungszeit

„Daß Merz ein anständiger Kerl ist, habe ich immer gewußt. Er ist ein überzeugter Europäer, ein verläßlicher Streiter für die atlantische Partnerschaft und jemand, der die soziale Marktwirtschaft hochhält.“ Für die Profilierung der CDU sei es wichtig, jemanden mit einem so klaren Kompaß an der Spitze zu haben. Das spreche für Merz.

Positiv äußerte sich Schäuble zur Regierungsbilanz Angela Merkels. „Die Amtszeit der Kanzlerin und Parteivorsitzenden Angela Merkel war und ist außerordentlich erfolgreich. Daran kann es keinen Zweifel geben.“ Die Union habe wichtige gesellschaftliche Veränderungen beeinflußt und gesteuert, weshalb sie besser dastehe als andere Parteien.

„Aber daß wir nach der jüngsten Bundestagswahl so lange für eine Regierungsbildung gebraucht haben und nichts anderes als wieder eine große Koalition hinbekommen haben, war lähmend“, gestand der CDU-Politiker, der dem Bundestag seit 1972 angehört. Hinzu sei der lange Streit über die Auswirkungen des Flüchtlingszustroms gekommen. (krk)

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) Foto: picture alliance/Michael Kappeler/pool/dpa
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