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Die Ditib-Zentralmoschee in Köln. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (JF-Montage) Foto: picture alliance/Sergey Guneev/Sputnik/dpa
Staatsbesuch

Ditib: Erdogan wird Kölner Moschee einweihen

KÖLN. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wird während seines Staatsbesuches in Deutschland Ende des Monats auch eine Moschee in Köln einweihen. Dabei handelt es sich um die Zentralmoschee in der Rheinmetropole, die vom türkisch-islamischen Verband Ditib verwaltet wird, berichtet Zeit-Online.

Laut einer Mitteilung der Ditib wird an der Zeremonie am 29. September auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) teilnehmen. Dem widersprach allerdings der Sprecher der NRW-Landesregierung, Christian Wiermer. „Diese Meldung können wir ausdrücklich nicht bestätigen“, teilte er mit.

Kritik von Weidel und Lindner

Laut dem Verband kam es bereits zu einer Begehung der Räumlichkeiten durch die Kölner Polizei und das Bundeskriminalamt. Ditib gilt vielen als verlängerter Arm Erdogans in Deutschland. Zeitweise hatte die Bundesanwaltschaft gegen die Behörde wegen des Verdachts auf Spionage für Ankara ermittelt.

Der Staatsbesuch hatte – noch vor Bekanntwerden der Moschee-Einweihung – für viel Kritik gesorgt. Die Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bundestag, Alice Weidel, hatte ihn in einem Gastbeitrag für die JUNGE FREIHEIT als „überflüssige Peinlichkeit“ bezeichnet, „mit der sich Kanzlerin und Regierung lächerlich machen und dem Ansehen unseres Landes schweren Schaden zufügen“. Für Erdogan sei die Einladung die „finale Bestätigung, daß er seit Merkels verhängnisvollem ‘Flüchtlings-Deal’ die Bundesregierung in der Hand“ habe.

FDP-Chef Christian Lindner sprach von einem falschen Signal. Erdogan werde dadurch aufgewertet in seinem Bestreben, „aus seinem Land eine Präsidialdiktatur zu machen“. Fast 70 Prozent der Deutschen hatten sich in einer Umfrage gegen den Staatsbesuch ausgesprochen. (tb)

Die Ditib-Zentralmoschee in Köln. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (JF-Montage) Foto: picture alliance/Sergey Guneev/Sputnik/dpa

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