Nachzug
Nachzug: Die Zahl der nachgeholten Angehörigen ist 2016 in Deutschland um 50 Prozent gestiegen Foto: picture alliance / NurPhoto

Anstieg um 50 Prozent
 

„Sogeffekt“ beim Familiennachzug

BERLIN. Das Auswärtige Amt hat 2016 einen Familiennachzug von 105.000 Personen verzeichnet. Die Anzahl der ausgestellten Visa für Angehörige stieg im Vergleich zu 2015 (70.000 Aufenthaltsgenehmigungen) um 50 Prozent. Enthalten seien in der Statistik aber auch Familiennachzüge zu Personen mit deutschen Paß.

Besonders hoch sei die Zahl der nachgeholten Familienangehörigen aus Syrien und dem Irak, berichtet die Welt. 73.000 Visa entfielen auf diese Länder. Zusätzlich mußten 12.000 Asylbewerber im vergangenen Jahr aufgrund der Dublin-Verordnung aus anderen EU-Ländern wieder aufgenommen werden. In Drittländer zurückgeschickt wurden hingegen nur 4.000.

„Sogeffekt“ beim Nachzug

Nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) haben im vergangenen Jahr insgesamt 280.000 Personen einen Antrag auf Asyl in Deutschland gestellt. Familienangehörige seien in der Statistik jedoch nicht erfaßt, weil sie keinen eigenen Asylantrag benötigten. Er forderte ein Aussetzen des Familiennachzugs, weil dieser einen „Sogeffekt“ habe.

Zuletzt sprach sich die CSU für eine Obergrenze aus, die garantiere, „daß Deutschland nicht mehr als 200.000 Flüchtlinge pro Jahr aufnimmt“. Der Familiennachzug müsse sich zudem auf die Kernfamilie beschränken und nicht alle Angehörigen umfassen. (vi)

Nachzug: Die Zahl der nachgeholten Angehörigen ist 2016 in Deutschland um 50 Prozent gestiegen Foto: picture alliance / NurPhoto
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