Maier-Witt
Silke Maier-Witt als Zeugin im Landgericht Stuttgart. Im Hintergrund die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker Foto: picture alliance/ dpa
Deutscher Herbst

Ehemalige RAF-Terroristin entschuldigt sich bei Schleyer-Sohn

SKOPJE. Die frühere RAF-Terroristin Silke Maier-Witt hat sich beim Sohn des früheren Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer für die Ermordung seines Vaters entschuldigt. „Es hilft nicht viel, aber ich denke, daß ich immer ausgewichen bin, mich dem zu stellen“, sagte Maier-Witt bei einem Treffen mit Jörg Schleyer in Skopje laut Bild.

Auch dafür, daß sie die direkte Begegnung mit Schleyer so lange gemieden habe, wolle sie sich entschuldigen. „Das war eine gewisse Feigheit, die ich mir auch jetzt noch übel nehme.“

Maier-Witt verkündete Schleyers Tod

Schleyer bekräftigte nach dem Gespräch die Hoffnung, daß weitere Täter an die Öffentlichkeit treten. „Erstmalig habe ich aus dem Mund einer wegen des Mordes verurteilten Terroristin erfahren, wer die drei Personen sind, die bei meinem Vater waren, als die tödlichen Schüsse abgegeben wurden.“

Mitte Oktober hatte sich die Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten zum 40. Mal gejährt. Zu diesem Anlaß hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die ehemaligen Terroristen aufgefordert, sich öffentlich zu der Tat zu bekennen und die Einzelheiten preiszugeben. Unter anderem ist bis heute nicht geklärt, wer die tödlichen Schüsse auf Schleyer abgegeben hat.

Maier-Witt war das RAF-Mitglied, das am 18. Oktober 1977 bei der Deutschen Presseagentur anrief und den Tod Schleyers vermeldete. „Wir haben nach 43 Tagen Hanns Martin Schleyers klägliche und korrupte Existenz beendet.“ (tb)

Silke Maier-Witt als Zeugin im Landgericht Stuttgart. Im Hintergrund die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker Foto: picture alliance/ dpa

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen

aktuelles