Angebliche Wahlversprechen

Türken-Verband gegen Deutschpflicht auf Schulhöfen

BERLIN. Der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg (TBB) hat gefordert, die Deutschpflicht auf Berliner Schulhöfen abzuschaffen. Mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Linkspartei und Grünen in Berlin teilte der Verband mit, die Parteien sollten beschließen: „Die Berliner Bildungseinrichtungen werden angewiesen, keine sogenannte Deutschpflicht für die Pausen bzw. Freizeit zu erlassen.“

Vor der Abgeordnetenhauswahl im September hätten alle drei Parteien „fast allen Forderungen“ des TBB nach einer gleichbehandelnden und partizipativen Politik zugestimmt. Der Verband forderte unter anderem noch, daß öffentliche Bedienstete am ersten islamischen Feiertag frei haben sollten sowie das Neutralitätsgesetz aufzuheben.

„Migrationsfeindliche Lehrmaterialien“ überprüfen

Neben der Abschaffung der Deutschpflicht sollten „in Berlin eingesetzte Lehr- und Lernmaterialien hinsichtlich diskriminierender und migrationsfeindlicher Inhalte“ überprüft werden. „Der TBB erwartet, daß die zukünftigen Koalitionsparteien nun ihre Wahlzusagen einhalten“, erläuterte der Verband nun.

Hintergrund der neuerlichen Forderung sind Berliner Schulen, in denen Schüler eine Bildungsvereinbarung unterschreiben müssen, in der sie sich verpflichten, überall Deutsch zu sprechen. Vorreiter dieses Modells war die Herbert-Hoover-Realschule in Berlin-Wedding, die 2005 erstmals die Deutschpflicht eingeführt hatte. (ls)

Pausenhof: Deutschpflicht soll abgeschafft werden Foto: dpa – Report

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