Pegida-Gegendemonstranten: Studie veröffentlicht Foto: dpa
Studie

Pegida-Gegner: Alleinstehend, jung und Grünen-Wähler

GÖTTINGEN. Demonstranten, die sich an Gegenkundgebungen zu Pegida beteiligen, sind meist alleinstehend, Grünen-Wähler und wollen keine direkte Demokratie. Dies geht aus einer nicht repräsentativen Studie des Göttinger Politikwissenschaftlers Franz Walter hervor.

Für die Studie wurden 5.000 Demonstranten in Braunschweig und Duisburg (beide am 19. Januar) sowie in Leipzig (21. Januar) befragt. 628 davon beantworteten die Fragen. Walter zeigte sich überzeugt: „Trotz methodischer Einschränkungen erhält man einen präziseren Einblick in Zusammensetzung und Einstellungsmuster eines beträchtlichen Teils“ der Gegendemonstranten. „58 Prozent der von uns befragten Gegner von Pegida haben keinen Nachwuchs (bei ihren Kontrahenten sind es lediglich 29 Prozent)“, teilte Walter mit.

Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:

Alter

Den größten Anteil machen die 26- bis 35jährigen mit 25 Prozent aus. Es folgen die 46- bis 55jährigen (19,4 Prozent) und die 16- bis 25jährigen (19,3 Prozent). Auch die 36- bis 45jährigen sowie die 56- bis 65jährigen sind mit etwas mehr als 15 Prozent stark vertreten. Teilnehmer über 65 (4,8 Prozent) und unter 16 (0,2 Prozent) spielen demnach kaum eine Rolle.

Wahlverhalten bei der vergangenen Bundestagswahl

Die überwiegende Mehrheit der Pegida-Gegendemonstranten hat bei der vergangenen Bundestagswahl nach eigenen Angaben Grüne (41,6 Prozent), SPD (28,2 Prozent) oder Linkspartei (16,8 Prozent) gewählt. Bei der Union hatten 5,8 Prozent ihr Kreuz gemacht. Die Piraten kamen auf 3,7 Prozent. AfD (0,2 Prozent), FDP (0,8 Prozent) und NPD (0,4 Prozent) wurden kaum gewählt.

Politische Einstellung

Auf die Frage, welche Themen im politischen System eine größere Bedeutung haben sollten, sprachen sich 68,8 Prozent für „Solidarität“ aus. Es folgten „Gleichstellung“ (41 Prozent), „Umverteilung“ (35,8 Prozent) sowie „Gewaltenteilung“ (22,9 Prozent).

Die niedrigsten Werte erreichten Themen wie „freie Marktwirtschaft“ (3,5 Prozent) und „nationale Interessen“ (2,0 Prozent).

Direkte Demokratie

Ein großer Unterschied zu Pegida-Anhängern zeigt sich auch in der Bewertung der direkten Demokratie und bei der Mitbestimmung. Nur 17 Prozent der Pegida-Gegner gaben an, voll und ganz von direktdemokratischen Elementen überzeugt zu sein. Bei Pegida-Anhängern lag dieser Wert dagegen bei etwa 70 Prozent.

Geschlecht

Während bei Pegida-Kundgebungen meist Männer in der Überzahl sind, ist das Ergebnis bei den Gegendemonstranten ausgeglichener. Frauen machen demnach 45,3 Prozent aus. Männer kommen auf 54,7 Prozent.

Pegida-Gegendemonstranten: Studie veröffentlicht Foto: dpa

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