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Integration
 

Zigeuner überfordern Berliner Schulen

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Zigeunerkinder auf dem Balkan: Immer mehr Familien werden kommen Foto: dpa

BERLIN. Die anhaltende Einwanderung von Zigeunern setzt die Berliner Schulen weiter unter Druck. Alleine im vergangenen Jahr wurden rund 1.700 neue Schüler aus Bulgarien und Rumänien gezählt. Besonders betroffen sind die Bezirke Neukölln und Mitte. Zwar reagierte die Berliner Schulverwaltung mit der Einrichtung sogenannter „Willkommensklassen“ zur Vermittlung grundlegender Deutschkenntnisse in Lerngruppen von je zwölf Kindern, jedoch reicht ihre Zahl nicht für den zu erwartenden Ansturm aus.

Die Neuköllner Bildungsstadträtin Franziska Giffey rechnete gegenüber der Morgenpost mit einem weiteren Zuzug von Zigeunerfamilien. Die im Haushaltsplan 2014/2015 vorgesehenen drei Millionen Euro zur Integration der Kinder an Berliner Schulen reichten schon jetzt nicht mehr aus. „Die Wohnungssituation vieler Roma-Familien ist verheerend, ebenso die Gesundheitsfürsorge“, klagte die SPD-Politikern. Zwar habe man einen Aktionsplan beschlossen, „genügend Mittel für dessen Umsetzung gibt es aber nicht“.

Auch der SPD-Abgeordnete Joschka Langenbrinck verlangt nun mehr Geld für die Zigeuner. „Die Roma sind europäische Armutsflüchtlinge“, verdeutlichte er. „Sie kommen um, zu bleiben. Und es werden noch mehr ihr Glück bei uns suchen.“ Daher müsse man „dringend und ernsthaft die Weichen für ihre Integration stellen“, sagte Langenbrinck der Zeitung. Die Zahl der Willkommensklassen stieg von 61 im Jahr 2011 auf derzeit 183. Sprachvermittler unterstützen hier Lehrer im Unterricht der Kinder, die teilweise noch Analphabeten sind. (FA)

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