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Nach Boston-Anschlag
 

Ruf nach mehr Videoüberwachung

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Videoüberwachung: Politik streitet über neue Sicherheitsgesetze Foto: Gabi Eder/www.pixelio.de

BERLIN. Nach den Terroranschlägen zweier Islamisten in Boston, wird auch in Deutschland der Ruf nach mehr Überwachung lauter. „Die Ereignisse in Boston zeigen erneut, wie wichtig die Überwachung des öffentlichen Raums durch Videokameras für die Aufklärung schwerster Straftaten ist“, sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) der Bild am Sonntag.

Derzeit gebe es jedoch keine konkreten Hinweise auf geplante Anschläge in Deutschland. Unterstützung bekam Friedrich von seinem bayerischen Amtskollegen Joachim Herrmann (CSU). In Boston hätten die Videos „wichtige Täterhinweise und schnell verfügbare Ermittlungsansätze geliefert“, mahnte Herrmann. Dies zeige, wie wichtig die Videoüberwachung an Orten mit großen Menschenmassen sei.

Kritik von SPD und FDP

Skeptisch zeigte sich dagegen Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Deutschland verfüge bereits über ausreichende Sicherheitsgesetze, sagte sie der Welt am Sonntag. „Der fürchterliche Anschlag von Boston sollte nicht für eine innenpolitische Debatte instrumentalisiert werden.“

Auch die SPD lehnte eine Ausweitung der Überwachung öffentlicher Plätze ab. „Wir brauchen nicht Big Brother auf allen Plätzen. Man sollte nicht Sicherheit suggerieren, wo sie nicht geschaffen werden kann“, betonte der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Michael Hartmann. Es mache wenig Sinn, nach jeder Krise die immer gleichen Forderungen zu stellen. (ho)

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