Markus Krall Freiheit oder Untergang
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Bundestagswahl
 

AfD-Analyse: Im Osten stark / Bei FDP-Anhängern beliebt

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Bernd Lucke auf der Pressekonferenz am Tag nach der Wahl Foto: rg

BERLIN. Die Alternative für Deutschland (AfD) ist mit 4,7 Prozent knapp am Einzug in den Bundestag gescheitert. Insgesamt erhielt die Partei 2.052.372 Zweitstimmen und 809.817 Erststimmen (1,9 Prozent). Auffällig ist dabei besonders die Verteilung der Stimmergebnisse. Die JUNGE FREIHEIT präsentiert die wichtigsten Zahlen und Fakten zum AfD-Ergebnis.

In den neuen Bundesländern überdurchschnittlich stark

Besonders gute Ergebnisse konnte die Partei in den Neuen Bundesländern einfahren. So erhielt sie in Brandenburg 6,0 Prozent, in Thüringen 6,2 Prozent und in Sachsen 6,8 Prozent der Zweitstimmen. In Sachsen wurde die Partei hinter CDU, Linkspartei und SPD viertstärkste Kraft.

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Insgesamt konnte sie nach Angaben von Infratest Dimap 5,8 Prozent der Wähler in den neuen Bundesländern für sich gewinnen. In Westdeutschland erhielt die Partei dagegen nur 4,4 Prozent.

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Wählerwanderung 

Anders als vermutet, konnte die AfD von allen anderen Parteien Stimmen gewinnen. Die meisten Wähler kamen dabei von FDP (430.000), Linkspartei (340.000) und der Union (290.000). Aber auch aus dem Lager der bisherigen Nichtwähler erhielten die Euro-Kritiker 210.000 Stimmen. Weniger Wähler kamen von SPD (180.000) und Grünen (90.000).

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Hessen-Wahl

Die Alternative für Deutschland konnte bei der Landtagswahl in Hessen nach dem vorläufigen Endergebnis 4,0 Prozent der Wähler von sich überzeugen. Bei der gleichzeitig stattfindenden Bundestagswahl kam die Partei in dem Bundesland auf 5,6 Prozent.

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Bernd Lucke

AfD-Parteichef Bernd Lucke war als Direktkandidat im Wahlkreis Harburg angetreten und erhielt dort 5,6 Prozent der Erststimmen. Bei den Zweistimmen kam die Partei dort auf sechs Prozent.

Der Parteichef hat am Montag angekündigt, 2014 an der Wahl des EU-Parlaments und der Landtage in Brandenburg, Thüringen und Sachsen teilzunehmen. Ob er selbst für einen Sitz im EU-Parlament kandidieren werde, ließ Lucke allerdings offen.

Ebenso unklar ist, wie der Parteitag genau stattfinden wird, auf dem die Kandidaten nominiert werden. Fest steht nur, daß dies im Dezember oder Januar sein soll. Die Alternative für Deutschland hat derzeit 17.000 Mitglieder. Auf ihrem Gründungsparteitag war jedes Mitglied stimmberechtigt. Es könnte aber auch sein, daß die Partei bis dahin ein Delegiertensystem einführt, da eine Versammlung mit mehreren tausend Teilnehmern schwer zu bewerkstelligen sein könnte. „Unsere Satzung läßt beides zu“, sagte Lucke auf der Pressekonferenz der Partei.

Lucke betonte auf Nachfrage, daß die Alternative für Deutschland sich nicht „rechts“ im Parteiensystem verorte. „Wir verstehen uns als eine Partei, die quer zu den anderen steht“, so Lucke. Die Ko-Vorsitzende Frauke Petry fügte hinzu, daß die meisten Mitglieder der Partei zuvor keiner anderen Partei angehört hätten. (ho/rg)

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