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Dresden
 

Dresden: Grüne scheitern mit Antrag für Guernica-Straße

DRESDEN. In der sächsischen Landeshauptstadt wird es auch künftig keine nach der baskischen Stadt Guernica benannte Straße geben. Ein entsprechender Antrag der Grünen-Fraktion scheiterte in der vergangenen Woche im Dresdner Stadtrat denkbar knapp mit 34 zu 34 Stimmen bei einer Enthaltung.

Während sich Grüne, SPD und Linkspartei für die Umbenennung einer Straße nach der im Spanischen Bürgerkrieg von der deutschen Legion Condor bombardierten Stadt aussprachen, stimmten die Fraktionen von CDU und FDP sowie die beiden fraktionslosen Abgeordneten der NPD gegen den Antrag der Grünen.

CDU: Grüne opfern Thema der öffentlichen Selbstdarstellung

Man könne sich zwar durchaus eine Verankerung von Guernica in der Dresdner Gedenkkultur vorstellen, begründete der CDU-Fraktionsvorsitzende Georg Böhme-Korn das Abstimmungsverhalten. „Einen Straßennahmen ohne jeglichen erkennbaren Bezug zu Dresdner Ereignissen halten wir allerdings nicht für richtig.“

Den Grünen warf Böhme-Korn vor, „mit ihrem Vorschlag national und international hausieren gegangen“ zu sein, ohne sich vorher mit den anderen Fraktionen im Stadtrat abgesprochen zu haben. „Leider wurde die notwendige Behutsamkeit im Umgang mit dem Thema dem Bestreben der Grünen zur öffentlichen Selbstdarstellung geopfert“, kritisierte der CDU-Fraktionschef.

Die Grünen-Fraktion hatte ihren Antrag, eine Straße oder einen Platz im Dresdner Stadtzentrum nach Guernica zu benennen, damit begründet, Dresden sei schon vor Hitlers Machtergreifung eine Hochburg der NSDAP und militärisch bedeutend gewesen.

Guernica als Ausgangspunkt der Bombardierung Dresdens

Durch eine Guernica-Straße oder einen Guernica-Platz wolle man „die persönliche, individuelle und gesellschaftliche Verantwortung“ für den Luftangriff der „Sondereinheit ‘Legion Condor’ der deutschen Wehrmacht am 26. April 1937“ auf die baskische Stadt verdeutlichen, die „militärische Bedeutung Dresdens während der NS-Zeit ins Bewußtsein“ rücken und dadurch die Ereignisse des 13./14. Februars 1945 in den historischen Zusammenhang stellen.

„Die Bombardierung von Guernica erwies sich als einer der ersten Schritte in der Entwicklung einer neuen Dimension des Luftkrieges, die im Zweiten Weltkrieg zur Bombardierung von Städten wie Warschau, Rotterdam, Coventry, Hamburg und eben auch Dresden führte“, heißt es in dem Antrag.

FDP nicht grundsätzlich gegen eine Erinnerung an Guernica

Die FDP hält eine Erinnerung an Guernica auch in Dresden grundsätzlich für vorstellbar: „Allerdings gehört diese Entscheidung aus unserer Sicht in die seit einiger Zeit parteiübergreifend stattfindende Diskussion um die Zukunft der gesamten Dresdner Gedenkkultur und sollte nicht losgelöst betrachtet werden“, sagte der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende, Jens Genschmar, der JUNGEN FREIHEIT.

Der Vorschlag, das Thema in die aktuelle Debatte mit aufzunehmen und im Zusammenhang mit der Frage nach der Ausgestaltung eines würdigen Gedenkens für die Opfer der Bombenangriffe des 13. und 14. Februar 1945 sowie anderer mahnender Ereignisse zu diskutieren, sei aber leider abgelehnt worden. (krk)

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