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Einwanderung
 

Integration: Forscher sehen Deutschland auf einem guten Weg

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Ist die Integration von Einwanderern „ein Erfolgsfall“? Foto: Pixelio/Dieter Schütz

BERLIN. Deutschland befindet sich bei der Integration von Einwanderern auf einem Erfolgskurs. Zu diesem Schluß kommt eine Studie des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR): „Integration in Deutschland ist, trotz einiger Problemzonen, gesellschaftlich und politisch ein Erfolgsfall“, sagte der SVR-Vorsitzende Klaus Bade.

Für die repräsentativen Umfrage wurden 5.600 Personen in den Regionen Rhein-Main, Rhein-Ruhr und Stuttgart interviewt. Ein eigens entwickeltes, sogenanntes Integrationsbarometer faßt dabei die Ergebnisse auf einer Skala von Null (sehr schlecht) bis Vier (sehr gut) zusammen. Der dabei gemessene Integrationsklima-Index (IKI) zeige mit einem Zustimmungswert von 2,77 bei den Deutschen und 2,93 bei den Zuwanderern ein „belastbares gegenseitiges Grundvertrauen“, sagte Bade.

Andere Einwanderungsländer sind noch schlechter dran

Schwierigkeiten ergäben sich jedoch durch die mangelnde Bildung von Jugendlichen aus Einwandererfamilien. Daher fordere der SVR unter anderem eine gezielte, auch nachholende Bildungs- und Qualifikationsoffensive. Denn „meßbare Integration“ sei „Anerkennung durch möglichst chancengleiche Teilhabe an den zentralen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens“.

Dennoch zeige die Studie ein überwiegend positives Bild. Zwar sei die Arbeitslosigkeit von Einwanderern mehr als anderthalbmal so hoch wie die der Deutschen, allerdings sei „in anderen europäischen Einwanderungsländern, wie etwa in den Niederlanden und Schweden“ die Quote ungefähr dreimal so hoch.

Begeisterung bei der Integrationsbeauftragen

Irritiert zeigten sich die Forscher von einem Paradoxon. So zeigen sich Deutsche mit steigendem Bildungsniveau interessierter für die Belange von Einwanderern. Gleichzeitig sinkt aber auch die Bereitschaft, die eigenen Kinder an eine Schule mit hohen Einwandereranteilen zu schicken. Gleiches gilt auch für Einwandererfamilien mit hohem Bildungsgrad.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Maria Böhmer (CDU), nahm die Ergebnissen der Studie mit Begeisterung auf. „Wir sind auf dem richtigen Weg. Deutschland ist Integrationsland. Und Vorreiter im europäischen Vergleich.“

Allerdings brauche das Land „eine nationale Bildungs-Offensive“. Dazu müsse in Schulen mit hohem Migrantenanteil auch mehr Lehrkräfte, mehr Schulsozialarbeiter sowie mehr Zeit in Form von Ganztagsschulen investiert werden, forderte Böhmer. (FA)

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