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Geschichtspolitik
 

Historiker fordert Versöhnungszeichen gegenüber Rußland

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Sowjetisches Ehrenmal für den unbekannten Soldaten im Berliner Tiergarten Foto: Pixelio/Sven Lünser

BERLIN. Der Berliner Historiker Götz Aly hat sich für eine offizielle Versöhnungsgeste Deutschlands gegenüber Rußland ausgesprochen. Diese fehle bis heute, schrieb Aly in einer Kolumne für die Berliner Zeitung.

Nach Ansicht des Historikers wäre die Teilnahme von Bundespräsident Horst Köhler an der Kranzniederlegung am sowjetischen Ehrenmal im Berliner Tiergarten anläßlich des Endes des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai hierfür eine passende Geste. Auch eine Abordnung des Heeresmusikkorps der Bundeswehr wäre laut Aly angemessen. Diese könne dann das Lied „Ich hatt’ einen Kameraden“ spielen.

Kritik am Zentrum gegen Vertreibungen

Gleichzeitig kritisierte der Historiker in seiner Kolumne das geplante Zentrum gegen Vertreibungen als „geschichtspolitisch katastrophal“. Die Bundesregierung betreibe dieses Projekt mit beispielloser Roheit gegenüber Polen und Tschechien. „Sie tut neuerdings so, als handle es sich um eine innerdeutsche Angelegenheit“, so Aly. Schon wegen der Vorgeschichte könne davon jedoch keine Rede sein.

Aly riet dazu, das Zentrum gegen Vertreibungen so zu gestalten, daß Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) es mit ihren polnischen und tschechischen Amtskollegen gemeinsam einweihen könne. Doch von diesem Ziel habe sich die Kanzlerin weit entfernt, beklagte Aly. (krk)

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