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Einwanderung
 

Erdogans Forderungen zur Schulpolitik stoßen auf Ablehnung

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Schulkind an der Tafel: Forderungen nach türkischen Schulen in Deutschland stoßen auf Ablehnung Foto: Pixelio/Dieter Schütz

BERLIN. Die Forderung des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan nach einer Schulausbildung in türkischer Sprache ist bei Politikern der Regierungsparteien auf Ablehnung gestoßen. „Ich glaube nicht, daß es die Integration fördern würde, wenn wir türkische Gymnasien einrichten, in denen der Unterricht in türkischer Sprache abgehalten wird“, sagte der Innenauschuß-Vorsitzende des Bundestages, Wolfgang Bosbach (CDU), dem Kölnischen Stadt-Anzeiger.

Erdogans Vorstoß kurz vor einem Türkeibesuch der Bundeskanzlerin nannte Bosbach einen „Affront“. Türkischer Schulunterricht in Deutschland lehnte er klar ab: „Das fördert nicht die Integration, das fördert eher die Parallelgesellschaft.“ Deutlicher äußerte sich CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt gegenüber Spiegel-Online. „Erdogan will Integration vereiteln, um die bei uns lebenden Türken für seine politischen Zwecke zu instrumentalisieren.“

Auch FDP nennt Forderung kontraproduktiv

Auch der Koalitionspartner FDP äußerte Zweifel: „Ich befürchte, daß an türkischsprachigen Gymnasien hauptsächlich Türkisch und nur nebenbei Deutsch gesprochen würde“, sagte der integrationspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Serkan Tören. Erdogans Pläne nannte er ein „falsches Signal“. Es sei nötig, daß Einwandererkinder möglichst früh zur deutschen Sprache hingeführt werden.

Kritik kam auch von der bekannten Frauenrechtlerin und ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Lale Akgün: „Türkische Gymnasien sind für die Schüler eine Sackgasse“, sagte sie dem Kölnischen Stadt-Anzeiger. „Um in Deutschland erfolgreich zu sein, muss man gut Deutsch können. In der Lebenswirklichkeit der Kinder ist Deutsch die Alltagssprache.“ Türkische Gymnasien seien deshalb kontraproduktiv. (FA)

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