Laschet will Antisemitismus bei Einwanderern bekämpfen

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Holocaust-Mahnmal Berlin Foto Pixelio/Etienne Rheindahlen

HAMBURG. Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet (CDU) fordert eine bessere Bekämpfung des unter muslimischen Einwanderern verbreiteten Antisemitismus.

Wie eine vor kurzem veröffentlichte Studie der Amadeu-Antonio-Stiftung ermittelt habe, erweise sich gerade ein großer Teil der jungen Moslems in Deutschland gegenüber Juden als ressentimentbeladen, sagte der Minister in einem Interview mit Spiegel-Online.

Verantwortung gegenüber Israel besser vermitteln

Schlimm daran sei, daß diese hier aufgewachsenen Jugendlichen fast alle durch das neue Staatsbürgerschaftsrecht seit Geburt Deutsche sind. Man habe es offensichtlich jedoch versäumt, „ihnen die besondere Verantwortung jedes Deutschen gegenüber Israel und Menschen jüdischen Glaubens zu vermitteln“, bedauerte Laschet.

Da in deutschen Großstädten schon fast die Hälfte aller Kinder unter sechs Jahren „eine Zuwanderungsgeschichte“ hätten, übten sie in Zukunft einen erheblichen Einfluß auf Politik und Gesellschaft aus. Werde jetzt nicht gehandelt, drohe in dieser Generation von Zuwandererkindern Antisemitismus salonfähig zu werden, warnte der Minister.

Überflüssige Lichterketten gegen Rechts

Zu lange ist diese beunruhigende Entwicklung nach Laschets Meinung verdrängt worden. Wörtlich sagt der Christdemokrat: „Bei Antisemitismus denken die meisten Deutschen reflexartig nur an Rechtsextremisten, nicht an Muslime oder gar Linke. Daß das falsch ist, hat sich schon im Jahr 2000 beim Anschlag auf die Düsseldorfer Synagoge gezeigt. Die halbe Republik ging beim sogenannten ‘Aufstand der Anständigen’ mit Lichterketten gegen Rechts auf die Straße, am Ende waren die Täter arabischstämmige Jugendliche.“

Laschet plädiert für eine entsprechende Überprüfung deutscher Schulbücher und fordert, das Thema „Deutschland und Israel auf packende Art“ jungen Einwandererkindern nahezubringen. Letztlich könne  nur durch eine verbesserte Zusammenarbeit mit muslimischen Verbänden sowie einen größeren finanziellen und personellen Aufwand in der Sozial- und Bildungsarbeit gegengesteuert werden, ist der CDU-Politiker überzeugt. (vo)

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