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Bischof warnt vor Verharmlosung von DDR-Unrecht

Maltzahn
Der mecklenburgische Landesbischof Andreas von Maltzahn Foto: Universität Rostock

SCHWERIN. Der mecklenburgische Landesbischof Andreas von Maltzahn hat sich gegen eine Verharmlosung der DDR ausgesprochen.

Es sei besorgniserregend, daß immer häufiger versucht werde, den Unrechtscharakter des DDR-Systems zu vernebeln, sagte der Bischof vor der EKD-Synode in Plau am See. Von Maltzahn reagierte damit auch auf Äußerungen des mecklenburgischen Ministerpräsidenten Erwin Sellering (SPD), der gesagt hatte, die DDR sei zwar eine Diktatur, aber kein totaler Unrechtsstaat gewesen.

Das Los politischer Gefangener oder die systematische Zerstörung von Menschen durch die Staatssicherheit seien jedoch mehr gewesen als ein Schuß Willkür und Abhängigkeit. Die Christen rief der Bischof dazu auf, zur inneren Vollendung der deutschen Einheit beizutragen, indem sie offen seien für die Glaubens- und Lebensgeschichten der Menschen aus dem jeweils anderen Teil Deutschlands.

Für Beibehaltung des Religionsunterrichts

Der Bischof machte sich auch stark für die Beibehaltung des Faches Religion als ordentliches Unterrichtsfach in Mecklenburg-Vorpommern. Religionsfreiheit sei nicht nur die Freiheit von Religion, sondern auch die Freiheit zur Religion, sagte er. Eine Initiative der Humanistischen Union möchte Religion zu einem freiwilligen Wahlangebot herabstufen und statt dessen nach brandenburgischem Vorbild das Fach „Lebensgestaltung – Ethik – Religion“ (LER) als verbindliches Lehrfach einführen. Die Initiative LER 2011 wird auch von der Linkspartei unterstützt. (idea/ru)

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