Berlins Polizeipräsident fordert Kampf gegen Linksextremismus

BERLIN. Der Berliner Polizeipräsident Dieter Glietsch hat Politik und Gesellschaft aufgefordert, sich genauso konsequent vom Linksextremismus abzugrenzen, wie dies im Fall des Rechtsextremismus getan werde.

Glietsch sagte dem RBB-Inforadio, wer die Bekämpfung des gewaltbereiten Linksextremismus ausschließlich der Polizei überlasse, werde einsehen müssen, daß damit auf Dauer keine durchgreifenden Erfolge zu erzielen seien. Anläßlich der für Samstag von linken Gruppen geplanten Besetzung des ehemaligen Flughafens Tempelhof kündigte der Polizeipräsident an, die Sicherheitskräfte würden gegen ein unerlaubtes Überwinden der Absperrungen mit aller Konsequenz vorgehen. Die Polizei soll laut Presseberichten mit 18 Hundertschaften bereitstehen. Gewalttätige Ausschreitungen seien nicht auszuschließen, so die Polizeiführung.

Glietsch und der Berliner Innensenator Körting (SPD) waren in der Vergangenheit immer wieder dafür kritisiert worden, die Gefahr, die von politisch links motivierten Gewalttätern ausgeht, herunterzuspielen. Dies wurde insbesondere an ihrem Verhalten vor und nach der gewaltsamen Demonstrationen am 1. Mai sowie an ihrer Behandlung der Brandstiftungen an Fahrzeugen festgemacht.

Derweil brannten in Berlin während der Nacht zu Samstag wieder mehrere Autos ab, darunter zwei Kleintransporter des Ordnungsamtes im Bezirk Reinickendorf.

In Berlin sind laut Landeskriminalamt 1.100 gewaltbereite Linksextremisten aktiv. Deutschlandweit werden 6.300 Personen diesem Spektrum zugeordnet. (vo)

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