Todesurteile in islamischen Staaten häufen sich

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Protest-Plakat gegen Hinrichtungen im Iran vor der iranischen Botschaft in Paris Foto: Wikipedia

BERLIN. Die Bundesregierung zeigt sich besorgt über die steigende Zahl von Hinrichtungen in Staaten wie Iran, Saudi-Arabien, Jemen und Pakistan. Alleine im Iran seien dieses Jahr mindestens 255 Todesurteile vollstreckt worden, schätzt der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU). Damit ist der Iran nach China der Staat mit den meisten Hinrichtungen.

Zahl der Hinrichtungen in Saudi-Arabien mehr als verdreifacht

Drastisch haben auch die Hinrichtungen in Saudi-Arabien zugenommen. Wurden 2006 noch 45 Todesurteile vollstreckt, so wurden ein Jahr später mindestens 158 Menschen öffentlich hingerichtet. Die Urteile würden häufig trotz Zweifel an der Schuldfähigkeit oder sogar gegen Minderjährige verhängt werden, beklagt Nooke. Unter den Todeskandidaten befinde sich auch ein hoher Anteil von Ausländern.

Nooke kritisierte auch die unklaren Tatvorwürfe. So würden im Iran häufig „Unruhestifter“ ohne genauere Tatangaben hingerichtet. Auch in Pakistan wird die Todesstrafe immer häufiger verhängt. 2006 wurden 59, 2007 schon 134 Verurteilte hingerichtet. Ebenso verbreitet ist die Todesstrafe im Jemen.

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