Stauffenberg-Film in New York uraufgeführt

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Die Verschwörer vom 20. Juli 1944 im Film Foto: 20th Century Fox

NEW YORK. Der mit Spannung erwartete Stauffenberg-Film „Operation Walküre“ ist am Montag am Broadway in New York uraufgeführt worden. Hauptdarsteller Tom Cruise präsentierte den im Sommer 2007 in Berlin gedrehten Film in einem Saal des renommierten Lincoln Center. Pressestimmen beurteilten den Film zusammenfassend als „ganz ordentlich“.

Der Korrespondent der Süddeutschen Zeitung urteilte, der Film sei „ein spannender, historisch weitgehend korrekter, ziemlich guter und komplexer Thriller“. „Weder wird hier das Ansehen der deutschen Widerstandskämpfer in irgendeiner Weise in den Schmutz gezogen, noch ist nun ernsthaft mit globaler Stauffenberg-Euphorie zu rechnen.“ Cruise selbst liefere „schlicht eine grundsolide Performance ab“.

Die Welt meinte, den „Gefallen grober historischer Ungenauigkeit“ tue der Film seinen Gegnern nicht, aber zum „gewünschten Meisterwerk“ fehle einiges. Das Projekt wirke „ein wenig wie eingeschüchtert“. Cruise, dem niemand Leinwandcharisma absprechen könne, spiele Stauffenberg „ehrbar und ernsthaft und standfest“, doch erschließe sich aus seiner Vorstellung nicht, „warum dieser junge Graf so viele in seinen Bann zog“. Das aristokratische Gebaren des „deutschen Helden“ – „eine Dimension, die Cruise völlig abgeht“.

Studie über einen gescheiterten Umsturzversuch“

Indes sei es Regisseur Bryan Singer gut gelungen, einem internationalen Publikum, das zumeist noch nie vom 20. Juli 1944 gehört hat, den deutschen Widerstand zu erklären.

„Für ein Werk aus Hollywood überraschend sachlich“ und „in den entscheidenden Zügen“ sich an die Realität haltend, befand das Internetportal Der Westen. „Überhaupt hat Regisseur Singer den Film nicht allein auf die Figur Stauffenbergs zugeschnitten, sondern er beleuchtet das Netzwerk der Widerstandskämpfer. Von daher ist ‘Operation Walküre’ weniger ein Stauffenberg-Film als eine Studie über den Versuch eines (gescheiterten) Umsturzes.“

Tom Cruise äußerte am Premierenabend gegenüber der Zeitung USA Today: „Ich wollte einfach den bestmöglichen Film drehen. Es ist ein zeitloser Thriller. Der Mensch gegen ungeheure Widrigkeiten“. Die erste Kritik im Filmfachblatt „Variety“ war zwiespältig, doch die Zuschauer der Uraufführung seien begeistert gewesen.

> Trailer, Filmbilder und Informationen zum Film gibt es auf der offiziellen deutschsprachigen Webseite „Operation Walküre“.

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