Potsdamer Stadtverordnete spenden für Linksextremisten

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POTSDAM. Potsdamer Stadtverordneten haben Geld für die Prozeßkosten eines Linksextremisten gespendet.  Hintergrund ist der Überfall auf eine Kundgebung der DVU vergangene Woche, bei der ein Stromgenerator zerstört wurde. Die DVU brach wenig später die Veranstaltung ab. Einem tatbeteiligten Linksextremist droht nun ein Prozeß wegen Sachbeschädigung.

Inzwischen haben sich die Stadtverordneten fraktionsübergreifend zu einer Spendenaktion gefunden. Sowohl Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) als auch Vertreter von FDP, Grünen und Linkspartei gaben Geld. Der Spitzenkandidat der Linken, Hans-Jürgen Scharfenberg, zeigte Verständnis für den Gewaltakt.

Er sehe „keine Veranlassung, die jungen Leute und ihre Ablehnung zu verurteilen“, sagte er der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Ebenso der Sozialarbeiter Gregor Voehse, der an der Spendeninitiative maßgeblich beteiligt ist.

Distanzierung von CDU und Bürgerbündnis

„So doof es klingt: Wir sind auf das Engagement der Jugendlichen angewiesen“, sagte der Mitarbeiter von „Wildwuchs Potsdam“, einer Jugendeinrichtung, die auf ihrer Internetseite als Lernziel angibt, „Menschen um ihrer selbst willen anzunehmen und zu achten und die Meinung des Gegenübers anzuhören und zu tolerieren“.

Die Sachbeschädigung bezeichnete Voehse, der auch Kandidat für die Fraktion Die Andere ist, als gerechtfertigt: „Die Initiative hat der DVU die Möglichkeit genommen, antidemokratische Parolen zu verbreiten.“ Voehse kündigte bereits eine neue Spendenkampagne an, falls das Geld für die Prozeßkosten und Schadensersatzansprüche nicht ausreichen sollte.

Einzig die CDU und das Bürgerbündnis verweigerten eine Teilnahme: „Wir sind gegen Gewaltanwendung, sei es gegen Sachen oder Personen“, zitiert die MAZ den CDU-Stadtverordneten Wolfgang Cornelius. Auch Wolfhard Kirsch vom Bürgerbündnis äußerte sich entsprechend. „Wir verabscheuen die Ziele der DVU, aber Gewalt ist kein Mittel.“ Eine Beteiligung des Bürgerbündnisses, die Voehse zwischenzeitlich bekanntgab, wurde inzwischen widerrufen.

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