AL-AZRAQ. Der Iran hat in der Nacht zum Montag einen Militärstützpunkt im jordanischen al-Azraq angegriffen, auf dem auch deutsche Soldaten stationiert sind. Laut Berichten sei das deutsche Feldlager auf dem Luftwaffenstützpunkt mit ballistischen Raketen beschossen worden. Auf der Basis ist neben der Bundeswehr auch die US Air Force stationiert.
Ob die Raketen direkt auf dem Gelände einschlugen oder lediglich Trümmerteile abgefangener Geschosse niedergegangen sind, war zunächst unklar.
Die deutschen Soldaten hielten sich während der Attacke in Schutzräumen auf. Nach bisherigen Erkenntnissen gab es keine Personenschäden. Die Bundeswehr ist seit 2017 auf dem Stützpunkt in al-Azraq stationiert. Von dort unterstützt die Luftwaffe eine internationale Anti-Terror-Koalition mit Tank- und Aufklärungsflugzeugen. Zuvor waren diese Maschinen auf der türkischen Basis Incirlik stationiert. Nachdem die Türkei deutschen Abgeordneten den Besuch der Soldaten verweigert hatte, wurden die Einheiten nach Jordanien verlegt.
Bundeswehr untersucht den Vorfall
Wegen der angespannten Lage im Nahen Osten hatte die Bundeswehr ihr Personal zuletzt vorsorglich reduziert. Normalerweise sind in al-Azraq eine niedrige dreistellige Zahl deutscher Soldaten stationiert. Derzeit hält die Luftwaffe dort zudem zwei Transportflugzeuge vom Typ A400M bereit, um im Falle einer Evakuierungsoperation schnell reagieren zu können.
Wie groß mögliche Schäden durch den Angriff sind, ist bislang unklar. Ein Sprecher des Operativen Führungskommandos bestätigte dem Spiegel lediglich, dass es in der Nacht einen Angriff gegeben habe. Der Vorfall werde derzeit intern untersucht. (rr)






