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Umfrage in der Steiermark: Die Entzauberung der FPÖ fällt aus

Umfrage in der Steiermark: Die Entzauberung der FPÖ fällt aus

Umfrage in der Steiermark: Die Entzauberung der FPÖ fällt aus

Kann die Steirer als Landeschef überzeugen: Mario Kunasek (FPÖ). Foto: picture alliance / APA-Images | TOBIAS STEINMAURER
Kann die Steirer als Landeschef überzeugen: Mario Kunasek (FPÖ). Foto: picture alliance / APA-Images | TOBIAS STEINMAURER
Kann die Steirer als Landeschef überzeugen: Mario Kunasek (FPÖ). Foto: picture alliance / APA-Images | TOBIAS STEINMAURER
Umfrage in der Steiermark
 

Die Entzauberung der FPÖ fällt aus

Gegner der FPÖ hofften darauf, dass Regierungsverantwortung rechte Parteien vermeintlich immer verschleißt. In der Steiermark legen die Freiheitlichen aber zu. Entzaubert wird dort vor allem ihr schwarzer Koalitionspartner.
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GRAZ. Die FPÖ hat sich in der Steiermark seit der Übernahme der Landesregierung weiter verstärkt. Würde am Sonntag gewählt, käme die Partei von Mario Kunasek auf 43 Prozent. Bei der Landtagswahl im November 2024 waren es 34,76 Prozent gewesen.

Die ÖVP, die seit Dezember 2024 als Juniorpartner mitregiert, stürzt dagegen von 26,81 auf 19 Prozent ab. Auch die SPÖ erreicht laut der IFDD-Erhebung im Auftrag der Kronen Zeitung nur 19 Prozent.

Eine Umfrage unter 800 Wahlberechtigten ist noch keine Wahl. Ihre Schwankungsbreite beträgt 3,5 Prozentpunkte. Sie setzt allerdings eine Entwicklung fort: Bereits ein halbes Jahr nach dem Regierungswechsel lag die FPÖ bei 38 Prozent, Ende 2025 sahen Erhebungen die Partei bei rund 40 Prozent. Noch deutlicher fällt die Personenfrage aus. Bei einer fiktiven Direktwahl würden 47 Prozent Kunasek zum Landeshauptmann wählen. SPÖ-Chef Max Lercher kommt auf 20 Prozent, ÖVP-Chefin Manuela Khom auf 16 Prozent.

Die ÖVP bezahlt die Rechnung

Bemerkenswert ist die Verschiebung innerhalb der Koalition. Bei der Landtagswahl 2024 erreichten FPÖ und ÖVP gemeinsam 61,57 Prozent. In der neuen Umfrage kommen sie zusammen auf 62 Prozent. Fast der gesamte freiheitliche Zugewinn entspricht dem Verlust der ÖVP.

Spannend: Die Steirer schreiben Kunasek die Führung zu, während die ÖVP unter ihrer schwachen Bundespartei und den schlechten Werten Khoms leidet. Nur 40 Prozent der Befragten glauben, das Land entwickle sich in die richtige Richtung. 47 Prozent sehen es auf dem falschen Weg. Der FPÖ schadet selbst diese Unzufriedenheit bislang nicht.

Einen Teil des Erfolges verdankt sie der österreichweiten Stimmung. Bundesweit liegt die FPÖ derzeit bei 38 Prozent, während ÖVP und SPÖ unter die Marke von 20 Prozent gefallen sind. Die steirische Umfrage beweist daher nicht, dass das Regieren die Freiheitlichen stärker macht. Sie zeigt aber, dass es ihren Aufstieg nicht bremst.

Abstürze hatten konkrete Gründe

Die Erzählung von der Entzauberung stützt sich vor allem auf zwei Erfahrungen. Nach ihrem Eintritt in die Bundesregierung fiel die FPÖ zwischen 1999 und 2002 von 26,91 auf 10,01 Prozent. Dem Absturz waren der parteiinterne Aufstand von Knittelfeld, der Rücktritt mehrerer Minister und der Bruch der Koalition vorausgegangen. 2019 verlor die Partei erneut fast zehn Prozentpunkte. Damals hatten das Ibiza-Video, der Sturz von Parteichef Heinz-Christian Strache und weitere Affären die Regierung gesprengt. In beiden Fällen bestraften die Wähler keine gewöhnliche Regierungsarbeit, sondern schwere selbst verursachte Krisen.

Dass Regierungsverantwortung nicht zwangsläufig Stimmen kostet, hatte zuvor Jörg Haider in Kärnten gezeigt. Unter seiner Führung erreichte die FPÖ 1999 42,1 Prozent. Fünf Jahre später bestätigten die Kärntner den amtierenden Landeshauptmann mit 42,4 Prozent.

Kunasek setzt nun auf eine ähnliche Verbindung aus persönlicher Präsenz und sichtbarer Politik. Die Regierung hat ein Umwelt-Temoplimit um Graz aufgehoben, das Handyverbot an Schulen eingeführt und den Zugang für Migranten zu Sozial- und Wohnleistungen verschärft. Viele dieser Maßnahmen kosten wenig, erfüllen aber erkennbare Wahlversprechen. Zugleich verläuft die Zusammenarbeit mit der ÖVP ohne öffentlich ausgetragenen Dauerstreit.

Kann die Steirer als Landeschef überzeugen: Mario Kunasek (FPÖ). Foto: picture alliance / APA-Images | TOBIAS STEINMAURER
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