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Nationalratswahlen: Warum der Antifaschist Klarsfeld jetzt Le Pen wählen würde

Nationalratswahlen: Warum der Antifaschist Klarsfeld jetzt Le Pen wählen würde

Nationalratswahlen: Warum der Antifaschist Klarsfeld jetzt Le Pen wählen würde

Serge und Beate Klarsfeld am 27. Mai bei einer Holocaust-Gedenkveranstaltung in Berlin.
Serge und Beate Klarsfeld am 27. Mai bei einer Holocaust-Gedenkveranstaltung in Berlin.
Serge und Beate Klarsfeld am 27. Mai bei einer Holocaust-Gedenkveranstaltung in Berlin. Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Frederic Kern/Geisler-Fotopress
Nationalratswahlen
 

Warum der Antifaschist Klarsfeld jetzt Le Pen wählen würde

Der berühmteste „Nazijäger“ Frankreichs, Serge Klarsfeld, legt ein überraschendes Bekenntnis ab. Denn der Antisemitismus stehe nicht mehr rechts, sondern links. Seine Frau Beate ist in Deutschland eine linke Ikone.
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PARIS. Der französische „Nazijäger“ Serge Klarsfeld würde sich bei einer Stichwahl zwischen dem Rassemblement National (RN) und den Linkspopulisten „ohne Zögern“ für den RN entscheiden. Das sagte der 88jährige dem französischen Fernsehsender LCI. Der RN habe sich „gemausert“ und „unterstützt die Juden“.

Am 30. Juni stehen in Frankreich Parlamentswahlen an, weil Präsident Emmanuel Macron nach dem haushohen Sieg des RN bei den Europawahlen die Nationalversammlung aufgelöst hatte. Die Stichwahlen finden am 7. Juli statt. Dabei könnte es auch zu Duellen zwischen den Linkspopulisten von La France insoumise (LFI) und der Partei von Marine Le Pen kommen.

Beate Klarsfelds berühmte Ohrfeige

Gemeinsam mit seiner 85 Jahre alten deutschstämmigen Frau Beate kämpft Serge Klarsfeld seit Jahrzehnten gegen Nazis und Antisemitismus. Durch eine Ohrfeige gegen den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU), bei der sie „Nazi, Nazi!“ rief, wurde Beate Klarsfeld über Nacht international bekannt. Im anschließenden Verfahren wurde sie noch am Tag der Tat, am 7. November 1968, in einem beschleunigten Verfahren zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, mußte diese Strafe jedoch wegen ihrer auch französischen Staatsangehörigkeit nicht antreten. Ihr Verteidiger war der damalige RAF-Terroristenanwalt und spätere Rechtsextremist Horst Mahler.

Serge Klarsfeld sagte nun, die LFI sei eine „dezidiert antijüdische“ Partei. „Ich würde Rassemblement National wählen, weil ich mein Leben lang dafür gekämpft habe, die jüdische Erinnerungskultur, verfolgte Juden und den Staat Israel zu verteidigen und weil ich einer extremen Linken gegenüberstehe, die von La France insoumise beherrscht wird, die nach Antisemitismus stinkt und deutlich antizionistisch ist“, erklärte der Sohn eines Holocaust-Opfers.

Antisemitismus stehe nun links

Die Parteien hingegen, die in Europa am rechten Rand stehen, hätten sich vom Antisemitismus abgewendet und unterstützten die Juden, stellte Klarsfeld klar. Beim ersten Wahlgang würde er „wie immer für eine Partei der Mitte“ stimmen.

Beate und Serge Klarsfeld waren im Mai von Macron bei einem Besuch in Berlin mit dem höchsten Orden der französischen Ehrenlegion ausgezeichnet worden. Der Präsident würdigte dabei die jahrelange Arbeit des Paares, Nazis und deren Kollaborateure aufzuspüren und vor Gericht zu bringen. Die Klarsfelds hätten dazu beigetragen, „die Beihilfe der französischen Behörden bei der Festnahme ausländischer und staatenloser Juden“ aufzuzeigen. (fh)

Serge und Beate Klarsfeld am 27. Mai bei einer Holocaust-Gedenkveranstaltung in Berlin. Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Frederic Kern/Geisler-Fotopress
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