Walmart-Filiale in Pittsburgh Foto: picture alliance / AP Images
„Black Lives Matter“-Proteste

Shampoo für Schwarze in verschlossenen Vitrinen: Walmart ändert Verkaufspraxis

WASHINGTON. Die amerikanische Einzelhandelskette Walmart hat angekündigt, Kosmetik- und Schönheitsprodukte, die speziell für schwarze Menschen sind, künftig nicht mehr nur hinter verschlossenen Glaskästen anzubieten. Man werde diese Praxis beenden, teilte Walmart nach einem Bericht der New York Times am Mittwoch mit.

Zuvor hatte es Kritik an dem Verhalten gegeben. Während in einigen Läden der Kette allgemeine Kosmetikprodukte frei zugänglich in den Regalen standen, befanden sich diejenigen, die speziell für Afroamerikaner sind – wie zum Beispiel Shampoo und Conditioner –, in verschlossenen Vitrinen, die vor dem Kauf von einem Mitarbeiter aufgeschlossen werden mußten.

Hiergegen hatte es in der Vergangenheit bereits eine Klage wegen Diskriminierung gegeben, das Verfahren wurde aber eingestellt. Walmart begründete die Maßnahme damals, die Produkte würden unter Verschluß gehalten, weil sie statistisch häufiger gestohlen würden. Dies wird nun geändert. Zuvor hatte der Fernsehsender CBS 4 in Denver einen Bericht gezeigt, in dem sich eine schwarze Kundin über die Sonderregelung beklagte.

„Walmart toleriert keinerlei Diskriminierung“

„Als Einzelhändler, der täglich Millionen von Kunden mit unterschiedlichem Hintergrund bedient, toleriert Walmart keinerlei Diskriminierung“, sagte ein Walmart-Sprecher der New York Times. „Wir sind für das Problem sensibilisiert und verstehen die Bedenken unserer Kunden und der Gesellschaft. Wir haben beschlossen, die Verwahrung multikultureller Haarpflege- und Schönheitsprodukte in verschlossenen Vitrinen einzustellen – eine Praxis, die in etwa einem Dutzend unserer 4.700 Filialen im ganzen Land angewendet wurde.“

Unterdessen reagiert auch der deutsche Sportbekleidungshersteller Adidas auf die anhaltenden „Black Lives Matter“-Proteste. Der Großkonzern kündigte an, künftig 30 Prozent der in den USA neu zu vergebenden Stellen bei den Marken Adidas und Reebok mit Schwarzen oder Latinos zu besetzen. Außerdem wolle das Unternehmen seine Programme zur Unterstützung der afroamerikanischen Minderheit in den USA finanziell aufstocken. (krk)

Walmart-Filiale in Pittsburgh Foto: picture alliance / AP Images

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