Nancy Pelosi (Demokraten): „Ihre Statuen sind eine Hommage an Haß, nicht an unser Erbe“ Foto: picture alliance/ZUMA Press
„Hommage an den Haß“

US-Oppositionsführerin Pelosi will elf Statuen aus dem Kapitol verbannen

WASHINGTON. US-Oppositionsführerin Nancy Pelosi (Demokraten) hat in einem Schreiben an die Leitung des Kongreßausschusses gefordert, elf Statuen aus dem Kapitol zu entfernen. Die Figuren, die Führer der Konföderierten Staaten und Soldaten aus dem Bürgerkrieg ehren, würden nicht zum Kongreß passen, der die „höchsten Ideale“ der Amerikaner widerspiegle. „Ihre Statuen sind eine Hommage an Haß, nicht an unser Erbe“, schrieb die Sprecherin des Repräsentantenhauses am Mittwoch auf Twitter.

In der Halle des Kapitols stehen unter anderem Denkmäler für Robert Edward Lee, General des erfolgreichsten konföderierten Heeres, und für den ehemaligen Präsidenten des Staatenbundes, Jefferson Davis.

Statue von General Lee im Kapitol Foto: picture alliance / newscom
Statue von General Lee im Kapitol Foto: picture alliance / newscom

Trump lehnt Namensänderung von Militärstützpunkten ab

„Black Lives Matter“-Demonstranten hatten zudem eine Namensänderung von zehn Militärstützpunkten, die nach konföderierten Offizieren benannt sind, gefordert. Mehrere Führungsfiguren des US-Heeres bekundeten ihre Offenheit für die Idee. US-Präsident Donald Trump (Republikaner) lehnte dies jedoch ab. „Diese monumentalen und sehr mächtigen Basen sind zu einem Teil des großen amerikanischen Vermächtnisses geworden, einer Geschichte des Gewinnens, des Sieges und der Freiheit“, äußerte er auf Twitter.

Im US-Bundesstaat Virginia stürzten unterdessen „Black Lives Matter“-Anhänger die Statue des Ex-Präsidenten Davis. Die Figur stand seit 1907 auf der Monument Avenue in Richmond. Bürgermeister Levar Stoney (Demokraten) lobte die Forderung der Demonstranten, auch weitere Statuen, etwa die von General Lee, abzureißen. „Richmond ist nicht länger die Hauptstadt der Konföderation, sondern erfüllt von Vielfalt und Liebe für alle“, teilte er mit.

Auch Kolumbus gestürzt

Zuvor war in der Stadt bereits eine Statue des Entdeckers Christoph Kolumbus gestürzt und in einem Teich versenkt worden. Kolumbus stehe für „Völkermord“, kritisierten die Demonstranten. Auch in England sind mehrere Denkmäler entfernt worden, etwa eine Figur des Sklavenhändlers Edward Colston in Bristol.

Eine britische Gruppierung mit den Namen „topple the racists“ („Stürzt die Rassisten“) forderte noch mehr Abrisse von unliebsamen Denkmälern und listete 60 Statuen von historischen Personen auf, die ihrer Meinung nach keinen Platz mehr in der Gesellschaft haben dürften, darunter auch die Entdecker Sir Francis Drake und James Cook.

In Antwerpen wurde am Dienstag eine Statue Leopolds II. auf Anordnung der belgischen Behörden entfernt. Der frühere König hatte im 19. Jahrhundert das kongolesische Kolonialreich errichtet. In Brüssel wurde ein weiteres Denkmal für den Monarchen mit Farbe beschmiert. In einer Petition fordern Demonstranten, auch diese Statue abzureißen. (zit)

Nancy Pelosi (Demokraten): „Ihre Statuen sind eine Hommage an Haß, nicht an unser Erbe“ Foto: picture alliance/ZUMA Press

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