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Schuldirektor wegen Facebook-Eintrag entlassen
Schuldirektor wegen Facebook-Eintrag entlassen Foto: picture alliance / empics

Österreich
 

Schulleiter nach Facebook-Eintrag zu Wiener Terroranschlag entlassen

WOLFGARTEN. Der Schulleiter eines österreichischen Gymnasiums ist wegen eines Facebook-Eintrags zum Terroranschlag in Wien suspendiert worden. Der Direktor an der katholischen Oberschule im burgenländischen Wolfgarten habe ein „sehr unglückliches Posting getätigt, wo er die mörderischen Anschläge in Wien in einen direkten Zusammenhang mit Flüchtlingen bringt“, begründete der Leiter des bischöflichen Sekretariats der Diözese Eisenstadt, Dominik Orieschnig, die Maßnahme. Die Eltern seien am Mittwoch darüber informiert worden.

Der Schulleiter hatte laut ORF am Montag nach dem Anschlag in der Wiener Innenstadt mit mehreren Toten und Verletzten geschrieben: „Terror in Wien! Refugees welcome!“ Später löschte er den Eintrag. Er habe damit eine rote Linie überschritten, die nicht überschritten werden dürfe, sagte Orieschnig. „Als Pädagoge nicht, als Schuldirektor schon gar nicht – und schon gar nicht in einer kirchlichen Schule, wo wir doch alle wissen, für welche Werte die Kirche eintritt und sich starkmacht, und das manchmal auch gegen viel Widerstand tut.“

FPÖ kritisiert Entscheidung als überzogen

Bischof Ägidius Zsifkovics sei „sehr betroffen“ gewesen. „Zu der allgemeinen Erschütterung kam bei ihm noch diese enorme Betroffenheit dazu, daß er jemand ist, der sich für Flüchtlinge in den letzten Jahren sehr, sehr stark gemacht hat“, erklärte Orieschnig. Daß der Pädagoge an die Schule zurückkehren werde, schloß er aus. Der Eintrag des Direktors sei auch problematisch, weil er „durchaus zu dieser Polarisierung und Destabilisierung unserer Gesellschaft beitragen kann, die die Terroristen ja eigentlich damit bezwecken“. Damit spiele man den Strippenziehern der Islamisten in die Hände.

Die FPÖ kritisierte die Entscheidung als überzogen. „Mayer hat dieses Posting auch wieder entfernt, also als Sünder Reue gezeigt, um in der Sprache der Kirche zu sprechen. Daher ist es unverständlich, einem Posting wie diesem mehr Gewichtung beizumessen als es tatsächlich hatte“, teilte der burgenländische Landeschef Christian Ries mit. „Überdies herrscht in Österreich auch Meinungsfreiheit.“

Täter hat nordmazedonische Wurzeln

Der von Spezialkräften erschossene Attentäter von Wien hatte nordmazedonische Wurzeln und besaß auch die österreichische Staatsbürgerschaft. Er war 2019 ursprünglich zu einer Haftstrafe von 22 Monaten verurteilt worden, weil er nach Syrien ausreisen wollte, um für den IS zu kämpfen. Wegen einer günstigen Prognose wurde er im Dezember 2019 vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen.

Vor Gericht hatte er angegeben, sich in seinem Leben benachteiligt gefühlt zu haben. Während der Pubertät habe er begonnen, sich mit dem Islam zu beschäftigen, in dessen Folge er 2016 in die „falsche Moschee“ geraten sei. Derzeit steht Österreichs Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) unter Druck, weil der slowakische Geheimdienst österreichische Behörden über einen versuchten Munitionskauf des Mannes informiert hatten. Der ÖVP-Politiker räumte am Mittwoch ein, daß in den weiteren Schritten in der Kommunikation „offensichtlich etwas schiefgegangen“ sei. (ls)

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