Streit um Ilhan Omar

Twitter sperrt Journalistin für Kritik an moslemischer Abgeordneter

SAN FRANCISCO. Die amerikanische Journalistin Laura Loomer ist von Twitter wegen angeblicher Falschbehauptungen über die künftige Kongreßabgeordnete Ilhan Omar dauerhaft gesperrt worden. Die freie Journalistin hatte der Schleier tragenden ersten somalischstämmigen Abgeordneten in der Geschichte der USA vorgeworfen, weibliche Genitalverstümmelung zu befürworten.

Omar hatte im vergangenen Jahr einen Gesetzesentwurf im Repräsentantenhaus ihres Heimatsstaates Minnesota kritisiert, mit dem für weibliche Genitalverstümmelung ein neuer Straftatbestand geschaffen werden sollte. Man könne diese „abscheulichen“ Taten auch mit bestehenden Gesetzen bekämpfen, argumentierte die damalige demokratische Repräsentantin Omar.

Omar nannte Israel ein „Apartheids-Regime“

Am Ende stimmte sie aber für den Entwurf, der die in Teilen des Islam verbreitete Praxis verbieten und mit hohen Haftstrafen belegen sollte. Der von Republikanern kontrollierte Senat des Bundesstaates weigerte sich aber später, über das Gesetz zu befinden.

Weiter schrieb Loomer: „Ilhan ist für die Scharia sowie die Unterdrückung und Tötung von Homosexuellen.“ Zudem sei sie „antijüdisch“. In der Vergangenheit hatte Omar Israel ein „Apartheids-Regime“ genannt.

Gegenüber der Nachrichtenseite Daily Beast gab sich Loomer kämpferisch: „Das wird nicht das Ende von Laura Loomer sein.“ Sie zeigte sich zuversichtlich, daß US-Präsident Trump „davon Wind bekommen wird“ und sich für sie einsetzen werde. Loomer hatte über 250.000 Follower auf dem Kurznachrichtendienst. Sie war bekannt für teilweise zugespitzte Angriffe gegen Moslems. Zuletzt hatte Twitter das Konto von Infowars-Betreiber Alex Jones dauerhaft gesperrt. (tb)

Die neu gewählte moslemische Abgeordnete Ilhan Omar auf den Kellerfluren im Kongreß Foto: picture alliance / AP Photo

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