Politische Korrektheit

„Sexismus“: Museum hängt Gemälde mit nackten Frauen ab

MANCHESTER. Eine Kunstgalerie in Manchester hat ein Gemälde aus dem 19. Jahrhundert wegen der Darstellung von nackten Frauen aus ihrer Ausstellung entfernt. „Hylas und die Nymphen“ (1896) vom englischen Maler John William Waterhouse zeigt eine Szene aus der antiken Mythologie, in der ein junger Mann von sieben unbekleideten Nymphen in einen Teich und damit in den Tod gelockt wird.

Die Manchester Art Gallery will dadurch eine Debatte über Sexismus in der Kunst auslösen, teilte die Kuratorin Clare Gannaway mit. Das Abhängen sei Teil einer eigenständigen Kunstperformance und von der #MeToo-Kampagne inspiriert. „Dieses Museum präsentiert den weiblichen Körper als entweder ‚passiv-dekorativ‘ oder ‚femme fatale‘. Laßt uns diese viktorianische Fantasie herausfordern!“

Kritiker sprechen von Zensur

Kritiker warfen der Kunstgalerie Zensur vor. Der Künstler Michael Browne sprach von einem gefährlichen Präzedenzfall für andere Kunstwerke. Auch auf Twitter entbrannte unter dem Hashtag #MAGSoniaBoyce eine Debatte um Zensur in der Kunst. „Ich habe Angst, daß wir anfangen, nur noch das zu zeigen, was akzeptabel ist“, schrieb ein Nutzer.

Wo vorher das Gemälde hing, sollen die Besucher nun Zettel mit einem Diskussionsbeitrag hinterlassen. Laut Museumsleitung wird das Gemälde im September wieder aufgehängt. (ha)

Hylas und die Nymphen: Das Abhängen ist Teil einer Kunstperformance Foto: wikimedia/gemeinfrei

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