Terrorgefahr

Interpol: 50 IS-Terroristen sind nach Italien gelangt

LYON. Das internationale Polizeinetzwerk Interpol hat dem italienischen Innenministerium eine Liste mit 50 potentiellen IS-Terroristen übergeben, die nach Italien gelangt sein sollen. Wie die britische Zeitung Guardian berichtet, die in dem Besitz der Liste ist, sollen die Islamisten die italienische Küste mit dem Boot erreicht haben.

Bei allen von ihnen handelt es sich demnach um tunesische Staatsbürger. Von Italien aus könnten sie bereits in andere europäische Länder weiter gereist sein. Von einem Verdächtigen sei bekannt, daß er die Grenze nach Frankreich überquert habe. Einige der Personen sollen von den italienischen Behörden bereits bei ihrer Ankunft identifiziert worden sein.

Auch Amri kam über Italien

Nach Geheimdienstinformationen haben die 50 Männer zwischen Juli und Oktober 2017 Sizilien erreicht. Seit Oktober versucht die italienische Regierung, illegale Einreisen in Sizilien mit einer Marinemission zu unterbinden. Im vergangenen Jahr sind nach Angaben des Innenministeriums in Rom über 5.500 Tunesier illegal nach Italien gekommen. 2.193 von ihnen seien wieder abgeschoben worden.

Jährlich gibt Italien rund 3,5 Millionen Euro für die Rückführung von Tunesiern aus. Der Terrorist vom Berliner Breitscheitplatz, Anis Amri, war von seiner tunesischen Heimat aus zunächst nach Lampedusa gelangt, bevor er nach Deutschland weiterreiste. (tb)

Boot mit illegalen Einwanderern an der Küste Lampedusas Foto: picture alliance/AA

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