Kaeser
Siemens-Chef Joe Kaeser steht trotz wachsenden internationalen Drucks zu Saudi-Arabien Foto: picture alliance / Sven Simo

Investorentreffen in Riad
 

Fall Kashoggi: Siemens-Chef verteidigt Kontakte zu Saudi-Arabien

MÜNCHEN. Trotz des wachsenden internationalen Drucks auf Saudi-Arabien will Siemens an einem Investorentreffen in dem arabischen Land teilnehmen. Man werde die Ereignisse um das Verschwinden des regimekritischen Journalisten Jamal Kashoggi weiter sehr genau verfolgen. Nach aktuellem Stand werde Siemens-Konzernchef Joe Kaeser an der Konferenz teilnehmen, sagte ein Firmen-Sprecher der Welt.

Vor dem Hintergrund der mutmaßlichen Ermordung des regimekritischen Journalisten Jamal Kashoggi sagten in den vergangenen Tagen eine Reihe von Konzernen ihre Teilnahme an der Konferenz in Riad ab. Dazu gehört unter anderem Airbus.

Saudi-Arabien soll Killer-Kommando geschickt haben

Die Regierung Saudi-Arabiens steht im Verdacht, Kashoggi durch ein Killer-Kommando in Istanbul ermordet zu haben. Seitdem der Journalist am 2. Oktober das saudische Konsulat betrat, fehlt von ihm jede Spur.

Die Türkei habe 15 Verdächtige ausgemacht, die im Zusammenhang mit dem Fall Kashoggi stehen sollen, berichtet die New York Times. Sie sollen aus dem Umfeld des Kronprinzen stammen und mehrheitlich für den Sicherheitsdienst oder die Armee gearbeitet haben.

Kaeser: AfD schädigt Ansehen Deutschlands

Siemens ist seit knapp 90 Jahren in Saudi-Arabien vertreten und arbeitet dort unter anderem an der Entwicklung von Medizintechnik. Der frühere Chef des bayerischen Unternehmens, Klaus Kleinfeld, berief Kaeser 2007 zum Finanzvorstand. Inzwischen ist Kleinfeld persönlicher Berater des saudischen Kronprinzen Mohammed Bin Salman.

In der Vergangenheit hatte Kaeser eine aktive Gesinnungs- und Verantwortungsethik gefordert. Siemens trage die Werte von Deutschland in sich und dafür habe er auch Verantwortung. Das bezog Kaeser auf die AfD, gegen die er sich wiederholt positioniert hatte. Im Mai warf Joe Kaeser der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel vor, sie schade „mit ihrem Nationalismus dem Ansehen unseres Landes in der Welt“.


(ag)

Siemens-Chef Joe Kaeser steht trotz wachsenden internationalen Drucks zu Saudi-Arabien Foto: picture alliance / Sven Simo
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