„Die Wölfe sind zurück?“ in Chemnit (l.) und Berlin Foto: picture alliance/Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
„Die Wölfe sind zurück?“

Wegen AfD: Mahnwache gegen rechte Hetze kommt nach Cottbus

COTTBUS. Mit einer Mahnwache gegen rechte Hetze will ein Brandenburger Künstler in Cottbus vor der seiner Ansicht nach zunehmenden Radikalisierung der AfD warnen. Seit diesem Mittwoch stehen deshalb in der Innenstadt zwei Tage lang vier Bronze-Wolfsplastiken des Künstlers Rainer Opolka. Zwei von ihnen zeigen den Hitlergruß, ein anderer setzt gerade zum Sprung an und ein weiterer hat eine Augenbinde um und ist noch an der Leine.

Die Mahnwache ist Teil der Wanderausstellung „Die Wölfe sind zurück?“, die sich gegen rechte Hetze und Gewalt richtet. Hintergrund sei das gemeinsame Auftreten von AfD-Funktionären und Rechtsextremen bei Demonstrationen in Chemnitz und Cottbus, berichtete der rbb.

„Wo gehetzt wird, wird später auch getreten“

Die Wolfs-Figuren sollen von riesigen Schildern umrahmt werden auf denen steht: „Wo gehetzt wird, wird später auch getreten“ oder „Stoppt jede Haßpropaganda“. Die Wölfe standen zuvor schon bereits in Städten wie Berlin und Potsdam. Zuletzt installierte Opolka die Mahnwache in Chemnitz, als es nach der tödlichen Messerattacke gegen einen Deutschen zu Protesten rechter Gruppen gekommen war.

Seit der Landtsgswahl 2014 konnte die AfD ihren Stimmenanteil in Umfragen verdreifachen. In einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts infratest dimpat im Auftrag des Senders von vergangener Woche lag die Partei mit 30 Prozent an erster Stelle. Die CDU verlor im Vergleich zur März-Umfrage vier Prozentpunkte und kam auf 20 Prozent. Dahinter folgten Linkspartei und SPD mit 19 beziehungsweise 17 Prozent.

In den vergangenen Monaten war es in Cottbus immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und Ausländern gekommen. Anfang des Jahres hatte das Brandenburger Innenministerium einen teilweisen Aufnahmestopp von Flüchtlingen verhängt. (ls)

„Die Wölfe sind zurück?“ in Chemnit (l.) und Berlin Foto: picture alliance/Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

aktuelles

All articles loaded
No more articles to load