Ein Flugzeug der australischen Fluggesellschaft Qantas Foto: picture alliance/ dpa
Politische Korrektheit

Australische Airline drängt Mitarbeiter zu gendersensibler Sprache

SYDNEY. Die australische Fluggesellschaft Qantas hat ihren Mitarbeitern einen Leitfaden für gendersensible Sprache vorgelegt. Im Intranet der Firma lernen Mitarbeiter unter „WordsatWork“ (Worte bei der Arbeit), was sie sagen sollen und was nicht. Zu den Begriffen, die die Airline nicht mehr verwendet sehen möchte, gehören einem Bericht des britischen Independent zufolge auch die Worte „Ehemann“ und „Ehefrau“ sowie „Mama“ und Papa“.

Statt dessen sollen die Angestellten geschlechtsneutral von „Partner“ und „Eltern“ sprechen. „Wir haben eine lange und stolze Geschichte, Inklusion unter unseren Angestellten, unseren Kunden und unserer Gesellschaft voranzutreiben“, sagte die Leiterin der Abteilung „Menschen und Kultur“, Lesley Grant. Dazu gehörten auch die Gleichheit der Geschlechter und die Gleichheit der Ehe.

„Kolonisation“ statt „Besiedlung“

In der neuen Unternehmenspolitik heißt es weiter: „Sprache kann bestimmte Gruppen unsichtbar machen.“ Die Benutzung des Wortes „Chairman“ (Vorsitzender) könne etwa den vorherrschenden Gedanken bestätigen, daß immer Männer die Anführer seien.

Auch die koloniale Vergangenheit Australiens will der Leitfaden aufarbeiten. Das Personal wird angehalten, statt von der „Besiedlung“ Australiens im 18. Jahrhundert in Zukunft von „Kolonisation“, „Besatzung“ und „Invasion“ zu sprechen. Anderenfalls könnten sich die Ureinwohner des Landes diskriminiert fühlen.

Der frühere australische Premierminister Tony Abbott bezeichnete die sprachlichen Neuregelungen als „politische Korrektheit, die weit übers Ziel hinausschießt“. Die Fluggesellschaft solle lieber das Geld für den Leitfaden sparen und dafür ihren Kunden billigere Preise anbieten, regte er an. (tb)

Ein Flugzeug der australischen Fluggesellschaft Qantas Foto: picture alliance/ dpa

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