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Forensiker am Tatort in Westminster, rechts: der mutmaßliche Attentäter Salih Khater Fotos: picture alliance/NurPhoto/Matrixpictures
Terror in Westminster

Attentäter von London wohnte in Islamistenviertel

LONDON. Einen Tag nach dem mutmaßlichen Terroranschlag im Zentrum Londons sind neue Details zum Attentäter und dem Hergang der Autoattacke bekanntgeworden. Nach Informationen britischer Medien handelt es sich bei dem Fahrer des Ford Fiesta, der am Dienstag gezielt in die Absperrung des Westminster-Palastes fuhr, um den gebürtigen Sudanesen Salih Khater. Bei dem Anschlag verletzte der 29 Jahre alte britische Staatsbürger 15 Menschen, darunter eine Frau schwer.

Der in Birmingham wohnende Sudanese ließ sich nach der Tat widerstandslos von Polizisten festnehmen. Laut einem Bericht der Daily Mail wurde er am Dienstag mehrere Stunden verhört, schwieg allerdings zu den Vorwürfen.

Attentäter stand auf keiner Terror-Watchlist

Die Polizei hat unterdessen seine Wohnung durchsucht. Sie befindet sich in einer Gegend Birminghams, in der die Behörden zahlreiche Dschihadistenzellen vermuten. Auch liegt Khaters Wohnung nur wenige Minuten von der von Khalid Masood entfernt. Der islamische Konvertit fuhr im März vergangenen Jahres auf der Westminster-Brücke in eine Menschenmenge und rammte anschließend – ähnlich wie Khater – die Absperrung des Westminster-Palastes.

Die Polizei geht davon aus, daß Khater bereits Montag abend seine Wohnung in Birmingham verließ und sich auf den Weg nach London machte. Den ganzen Dienstag morgen soll er in der britischen Hauptstadt umhergefahren sein, auf der Suche nach größeren Menschenansammlungen, bevor er sich gegen 6 Uhr Richtung Westminster aufmachte.

Der Attentäter war weder Scotland Yard noch dem Geheimdienst MI5 bekannt. Er war auf keiner Terror-Watchlist. Innenminister Sajid Javid mahnt deswegen auch zur Vorsicht. Man solle weiter „in alle Richtungen denken“. Polizei und Sicherheitsdienste müßten erst noch mehr über den Vorfall herausfinden. (tb)

Forensiker am Tatort in Westminster, rechts: der mutmaßliche Attentäter Salih Khater Fotos: picture alliance/NurPhoto/Matrixpictures

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