US-Truppen
US-Truppen in Afghanistan Foto: picture alliance / AP Photo

US-Einsatz
 

Trumps neue Afghanistan-Strategie: „Wir töten Terroristen“

WASHINGTON. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, den Einsatz der amerikanischen Armee in Afghanistan auszuweiten. „Mein eigentlicher Instinkt war es abzuziehen, und ich folge gern meinen Instinkten“, sagte Trump am Montag abend (Ortszeit) bei einer Fernsehansprache. „Aber mein Leben lang habe ich gehört, daß Entscheidungen anders sind, wenn man hinter dem Schreibtisch im Oval Office sitzt.“

Sein künftiges Vorgehen im Krieg in Afghanistan lasse er von einem „auf Prinzipien basierten Realismus“ leiten. Das amerikanische Volk sei des seit 2001 andauernden „Krieges ohne Sieg“ überdrüssig. Unter seiner Führung sei Amerika nicht mehr an einem „Nation Building“ interessiert, also dem Versuch, in Afghanistan eine Demokratie aufzubauen. Amerikas Mission laute nun: „Wir töten Terroristen.“

Kein Vakuum entstehen lassen

Er habe aus dem schnellen Rückzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak 2011 gelernt, betonte Trump. Ein solches Vakuum, wie es die Terrormiliz „Islamischer Staat“ dort vorgefunden habe, würde ebenso in Afghanistan entstehen. Auch die afghanische Regierung müsse Engagement zeigen. Eine Garantie für bedingungslose Unterstützung durch die Vereinigten Staaten gebe es nicht.

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Nähere Details zu den Plänen nannte der Republikaner allerdings nicht. Um sein Ziel zu erreichen, setze er nicht mehr auf klare Zeitvorgaben, sondern auf die konkreten Bedingungen vor Ort. „Wir werden nicht sagen, wann wir angreifen werden. Aber wir werden angreifen.“

Mehr Befugnisse für Militärs vor Ort

Die Militärs in Afghanistan müßten zudem eigenständiger entscheiden können. Mit „Mikromanagement“ aus Washington könne man keine Kriege gewinnen. Auf diese Weise könnten Gegner die Situation nicht mehr einfach aussitzen. Zur Truppenstärke äußerte sich der Präsident nicht.

In der Vergangenheit hatte Trump immer wieder einen Abzug aus Afghanistan gefordert. Der Einsatz koste zu viele Menschenleben und sei Geldverschwendung, schrieb er in mehreren Einträgen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. (ls)

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