63499427
Der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatius Ephraim II. Foto: picture alliance/AA

Christenverfolgung
 

Syrischer Patriarch lobt Orbans Flüchtlingshilfe

BUDAPEST/WIEN. Der höchste orthodoxe Geistliche Syriens hat die Nahostpolitik des ungarischen Präsidenten Viktor Orban gelobt. Dieser hatte anläßlich des Besuchs von Patriarch Ignatius Ephraim II. in Budapest angekündigt, Syriens Christen künftig jährlich mit zwei Millionen Euro zu unterstützen.

Dies sei genau die richtige Maßnahme, um Christen vor der Abwanderung aus dem Nahen Osten abzuhalten, sagte der Patriarch der österreichischen Zeitung Die Presse. „Milliarden von Euro werden für jene ausgegeben, die aus dem Land fliehen, aber nichts für jene, die im Land selbst vertrieben und notleidend sind“, kritisierte Ephraim. Diese Leute kämen dann notgedrungen nach Europa.

Stipendienprogramm für verfolgte junge Christen

Ungarn ist nach Meinung des Patriarchen das einzige Land, das genug für die Christen in der Levante tut. Ungarn gebe beispielsweise doppelt soviel Geld zur Rettung der orientalischen Christen aus wie das von der Einwohnerzahl her mehr als achtmal so große Deutschland.

Ungarn hat zudem ein eigenes Vizestaatssekretariat für die bessere Koordination der humanitären Hilfe für die orientalischen Christen eingerichtet. Außerdem hat das Land ein Stipendienprogramm für 250 verfolgte junge Christen aus dem Nahen Osten gestartet, die in Ungarn kostenlos studieren dürfen.

Auf die Frage der Zeitung, ob Österreichs Außenminister Sebastian Kurz sich genug für den Schutz der Christen in der Region einsetze, entgegnete Ephraim: „Sebastian Kurz? Wer ist das? Wir haben nicht von ihm gehört. Wir haben keine Kontakte mit der österreichischen Regierung.“ Zur Situation der Christen in Syrien sagte der Patriarch: „Wir sind sowohl für die Terroristen vom Islamischen Staat als auch für die angeblichen Rebellen in doppelter Hinsicht Feinde.“

Keine negativen Erfahrungen mit der Assad-Regierung

Auf beiden Seiten handele es sich um islamische Extremisten, für die die Christen Ungläubige seien. „Sie verfolgen uns auch deswegen, weil sie uns für Verbündete der Regierung halten.“ Von der Assad-Regierung sei ihnen nie etwas Schlechtes widerfahren, bestätigte er. Dennoch brauche Syrien mehr Demokratie. (tb)

Der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatius Ephraim II. Foto: picture alliance/AA
Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles