Joachim Kuhs
Einer der Tatverdächtigen
Einer der Tatverdächtigen: Verbindungen nach Tschetschenien Foto: dpa

Teilgeständnis
 

Nemzow-Mord hatte offenbar islamistischen Hintergrund

MOSKAU. Im Fall des ermordeten russischen Oppositionspolitikers Boris Nemzow gibt es laut russischen Sicherheitsbehörden ein Geständnis. Einer der fünf festgenommenen Tatverdächtigen räumte eine Mitschuld ein. „Ich liebe den Propheten Mohammed“, sagte der aus dem Kaukasus stammende Saur Dadajew vor einem Gericht in Moskau.

Russischen Medien zufolge war Dadajew Vize-Kommandeur eines Regiments des tschetschenischen Innenministeriums und gilt als „streng gläubig“. Nach Angaben des tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow soll sich Dadajew über die islamkritischen Karikaturen der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo empört haben. Diese wurden von Nemzow mehrfach öffentlich verteidigt.

Auch die vier anderen Festgenommenen stammen aus dem Kaukasus, haben eine Beteiligung an dem Mord jedoch abgestritten. Drei von ihnen wurden wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen sie wird wegen Beihilfe zu einer Straftat ermittelt. Nemzow war am 27. Februar in Moskau erschossen worden. Westliche Medien und Politiker hatten über einen Auftragsmord spekuliert und eine indirekte Beteiligung der russischen Regierung unterstellt. (ho)

Einer der Tatverdächtigen: Verbindungen nach Tschetschenien Foto: dpa
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