Schuldenstreit

Griechen drohen Deutschland mit Ansturm von Asylbewerbern

ATHEN. Im Streit um mehr Finanzhilfen hat die griechische Regierung mit einer Asylbewerberwelle gedroht. „Wenn sie Griechenland einen Schlag versetzen, dann sollen sie wissen, daß die Migranten Papiere bekommen und nach Berlin gehen“, sagte Verteidigungsminister Panos Kammenos nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa.

Darunter könnten dann auch Anhänger der Terrormiliz „Islamischer Staat“ sein, sagte Kammenos. Schuld daran sei dann die Weigerung der EU, das Land nicht mit mehr Geld zu unterstützen. Kammenos gehört den rechtskonservativen „Unabhängigen Griechen“ an, die zusammen mit der linken Syriza die Regierung stellen.

Staatspleite rückt näher

Ähnliche Drohungen hatte vor einer Woche bereits der stellvertretende Innenminister Giannis Panousis geäußert. Er sprach von bis zu 500.000 Illegalen, die in andere EU-Staaten ausreisen könnten, sollte die Regierung in Athen nicht mehr Hilfe im Schuldenstreit erhalten.

Unterdessen spitzt sich die finanzielle Situation des Landes offenbar erneut zu. Am Montag nachmittag kommen die Finanzminister der Euro-Staaten zusammen, um über die Situation Griechenlands zu diskutieren. Die Regierung in Athen hatte zuletzt weitere Reformvorschläge an Brüssel geschickt, um neue Finanzhilfen zu erhalten. Experten zufolge droht dem Land in den kommenden Wochen die Staatspleite. (ho)

Asylbewerber in Athen: Bald schon in Berlin? Foto: picture alliance/AA

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