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Slowakei
 

Slowakei: Parlamentspräsident geißelt Euro-Rettungsschirm als ungerecht

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Richard Sulík: „Die Griechen dürfen kein Geld mehr bekommen“ Foto: Wikipedia/Pavol Frešo

PRESSBURG. Der slowakische Parlamentspräsident Richard Sulík will die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms verhindern. Hintergrund sind die 3,3 Milliarden Euro, die die Slowakei bei einer Verwirklichung des erweiterten Rettungsschirms zahlen müßte. Dieses Geld sei dann verloren, warnte Sulík im Schweizer Tages-Anzeiger.

Die Slowaken dürften andere Länder wie Griechenland nicht alimentieren. Sie hätten die niedrigsten Löhne in der Eurozone. Während ein slowakischer Rentner über 400 Euro verfüge, habe ein griechischer 1.200 Euro. „Das ist keine Solidarität mehr, das ist pervers“, betonte Sulík, der unter anderem in München Betriebswirtschaftslehre studiert hat.

„Da wird Feuer mit einem Ventilator gelöscht“

Als Vorsitzender der Partei „Freiheit und Solidarität“ ist Sulik kein Gegner der Eurozone, möchte die EU aber zur Einhaltung ihrer eigenen Regeln bewegen. Die Erhöhung des Schutzschirms sei daher „unverantwortlich und kontraproduktiv“. Da werde Feuer mit einem Ventilator gelöscht, so Sulík.

Um die slowakischen Politiker von seiner Position zu überzeugen, hat der promovierte Ökonom ein 20seitiges Dossier mit dem Titel „Euro-Rettungsschirm – der Weg in den Sozialismus“ verfaßt. Es wurde nicht nur in der slowakischen Hauptstadt verteilt, sondern in einer deutschen Übersetzung auch an alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages verschickt. (cs)

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