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Österreich: Regierung plant Ausbau des Türkisch-Unterrichts

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Die österreichische Regierung plant eine Ausweitung des Türkisch-Unterrichts an Schulen Foto: Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de

WIEN. Die österreichische Regierung plant offenbar eine Ausweitung des Türkisch-Unterrichts an Schulen. Wie österreichische Zeitung die Presse berichtet, soll Türkisch mit der anstehenden Bildungsreform als zweite anerkannte Fremdsprache zum Maturafach (Abitur) werden. Die Universität Graz plant deswegen zum Studienjahr 2012/13 bereits die Umsetzung eines entsprechenden Lehramtsstudiengangs.

Der Unterricht solle „integrationsunterstützend“ wirken, immerhin würden fast 250.000 Türken im Land leben, heißt es an der Universität. „Vor allem Migranten der zweiten oder dritten Generation können zwar Türkisch sprechen, aber nicht mehr lesen und schreiben“, sagte die Dekanin der geisteswissenschaftlichen Fakultät, Theres Hinterleitner.

Sie betonte, man wolle damit nicht nur türkische Jugendliche ansprechen, auch österreichische Schüler sollen motiviert werden, türkisch zu lernen. Die Sprache werde schließlich immer wichtiger.

Auch in Deutschland gibt es verstärkt deutsch-türkischen Unterricht

Ein Schulprojekt mit türkisch-deutschen Klassen in Wien wurde 2005 aufgrund mangelnder Nachfrage beendet. Weder deutschsprachige, noch türkische Eltern hätten ein Interesse an einem derartigen Modell gehabt.

In Deutschland wird die türkische Sprache an Schulen dagegen zunehmend gefördert. In zwei Hamburger Grundschulen werden derzeit deutsch-türkische Klassen unterrichtet. Dort lernen die deutschen Kinder Türkisch und die türkischen Kinder die deutsche Sprache. Ab der vierten Klasse wird der Sachkundeunterricht dann gänzlich auf Türkisch abgehalten.

Die Schulleiterin der Schule Lämmersieth, Antje Kilicli, zeigte sich erfreut über die Lernergebnisse. Die Deutschen Schüler nähmen mit den Grundkenntnissen des Türkischen auch eine kulturelle Offenheit auf, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. Passend dazu sind auch die Unterrichtsräume dekoriert. An den Wänden hängt eine Landeskarte der Türkei und ein Bild von Mustafa Atatürk. (ho)

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