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„Der erste Riß in der Mauer“ / Professor Andreas Oplatka, Historiker und Journalist, im JF-Interview zur fast vergessenen Rolle Ungarns beim Fall der Mauer

Deutschland feiert den 20. Jahrestag des Mauerfalls. Fast jeder denkt dabei an den 9. November in Berlin. Dabei begann alles viel früher, nämlich im Sommer 1989 in Ungarn.

„Es herrschte in Ungarn eine politische Atmosphäre, in der niemand mehr daran denken konnte, der Forderung der DDR nachzugeben und die Flüchtlinge – womöglich gar mit Gewalt – in ihr Ursprungsland zurückzuschaffen“, erklärt der ungarisch-schweizerische Historiker Professor Andreas Oplatka in einem Interview in der am Freitag in Berlin erscheinenden Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT (JF).

Die Rolle des damaligen ungarischen Außenministers Gyula Horn, der im Westen als „der Grenzöffner“ gelte, bewertet Oplatka hingegen kritisch: „Die Ursache dafür ist die Macht des Fernsehens. Horn hatte zwei große TV-Auftritte: Einmal das Zerschneiden der Sperrdrähte Ende Juni 1989. Übrigens zu einem Zeitpunkt, als das de facto keine Bedeutung mehr hatte, weil es die Grenzsperren kaum mehr gab. Das zweite war die Verkündung der Grenzöffnung am Abend des 10. September. Doch tatsächlich hatte Németh diesen Auftritt Horn auf dessen Bitte hin überlassen. Damit fixierte sich im Gedächtnis der Deutschen – vor allem der deutschen Flüchtlinge – Horn als Held der Grenzöffnung.“

Professor Oplatka zeigt sich zudem besorgt darüber, daß das osteuropäische Trauma des Kommunismus im Westen nicht verstanden werde: „Auch zwanzig Jahre nach der Wende werden die Verbrechen des Kommunismus in Westeuropa verdächtig oft als eine Art Kavaliersdelikt betrachtet.“

Professor Andreas Oplatka ist Autor des soeben erschienen Buchs „Der erste Riß in der Mauer. September 1998 – Ungarn öffnet die Grenze“, Paul Zsolnay Verlag, Wien 2009.

Das ganze Interview lesen Sie heute auf www.jungefreiheit.de

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V.i.S.d.P.: Thorsten Thaler, stellv. Chefredakteur, Hohenzollerndamm 27a, 10713 Berlin

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