Wenn schon, dann richtig

Als vergangene Woche die Schüler in Nordrhein-Westfalen aus den Ferien wiederkamen, konnten einige von ihnen bereits in einer ganz neuen Umgebung zum Griffel greifen. In einem kollektiven Kraftakt sollen nämlich die oftmals maroden und beschmierten Unterrichtsräume und Korridore peu à peu saniert werden. Obwohl die „Schulgebäude in NRW grundsätzlich vor dem Verfall gesichert sind“, wie der Verband Bildung und Erziehung (VBE) selbstbewußt feststellt, leide vielerorts die Lernqualität durch den Zustand der Gebäude. Da die Landesregierung nur für die Lehrer und die Lehre verantwortlich ist, fällt die Sanierung bei den meist klammen Kommunen nicht gleich umfangreich aus. Während Dortmund, Essen oder Düsseldorf jeweils fünfzig Millionen Euro für die Renovierung einplanen, können andere Städte wie Gelsenkirchen oder Krefeld allenfalls ein paar Farbeimer spendieren. Richtig krachen ließ man es – dank öffentlich-privater Zusammenarbeit – dagegen in Mönchengladbach. Die dortige Gesamtschule in der Espenstraße konnte sogar nach den Erkenntnissen des Feng Shui neu gestaltet werden. Die Schüler sind ganz begeistert. Kunstlehrerin Claudia Nowak will sogar die neue Energie spüren, „die durch die Räume strömt“. Ob nun schulische Hochleistungen drohen, ist unklar – zumindest blieben die frisch gestrichenen Wände bisher unbeschmiert.

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