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Erwin Rommel in Slowenien Carl Gustaf Ströhm

Was verbindet die heutigen Deutschen mit dem Namen „Isonzo“ – einem Gebirgsfluß, der nahe des wildromantischen Vrsic-Passes in Slowenien als Seca entspringt und in die nördliche Adria mündet? Wer wenige Kilometer südlich von Villach in die Welt der Julischen Alpen eintaucht, stößt bald auf die Antwort: Hier fand eine der blutigsten Schlachten des Ersten Weltkrieges statt, an der auch deutsche Truppen beteiligt waren. Gelangt man in das Städtchen Flitsch (Bovec), stößt man an der Straße auf einen k.u.k.-Soldatenfriedhof, der nach 1991 wieder hergerichtet wurde. Ein Obelisk, der die Bilderstürme des KP-Regimes überdauerte, trägt die deutsche Inschrift: „Den gefallenen Helden des Flitscher Beckens 1915-1917“. In Bovec gibt es inzwischen ein „Privatmuseum“, dessen Initiator im Keller und der Garage seines Hauses seit 17 Jahren Erinnerungsstücke an die großen Isonzoschlachten zusammengetragen hat: Uniformteile, Karabiner, Granatsplitter, Eiserne Kreuze und alte Bierflaschen mit deutschen und tschechischen Inschriften. Auch alte Fotos zeigt der Hobbyhistoriker – und in der Mitte das Bild seines Vaters, der als Slowene k.u.k.-Offizier war und am Ersten Weltkrieg teilgenommen hatte. Nichts ist hier von antideutschen oder antiösterreichischen Ressentiments zu merken: Die Slowenen des Isonzo/Seca-Tals identifizieren sich noch heute mit jenen Soldaten (darunter auch Kroaten und bosnische Moslems), die damals den Durchbruch der italienischen Armee in Richtung Triest und Lai-bach verhindern halfen. Einige Kilometer weiter liegt das Städtchen Karfeit (slowenisch: Kobarid, italienisch: Caporetto). Hier wurde in einem alten Bürgerhaus nach der Wende ein Museum zur Erinnerung an die Isonzoschlachten errichtet. In der Eingangshalle sind die Fahnen aller beteiligten Nationen aufgestellt. Im Prospekt des Museums steht: „Die schicksalhaften Ereignisse fanden in den düsteren Oktobertagen 1917 statt. Auf einem kleinen Gebiet drängten sich 615.000 italienische Soldaten. Gefeuert wurde aus 5.900 Geschützen aller Kaliber. Die Ausstellung präsentiert die 12. Isonzoschlacht vom 24. Oktober bis 9. November 1917, die als ‚Wunder von Karfeit‘ in die Geschichte einging.“ Es war „die größte Gebirgsschlacht der Menschheitsgeschichte, der erste erfolgreiche Blitzkrieg, der erfolgreichste Durchbruch des Ersten Weltkrieges und die größte militärische Auseinandersetzung auf slowenischem Boden.“ Und noch eine Überraschung: Zu den deutschen Offizieren am Isonzo zählte Hauptmann Erwin Rommel mit seinem württembergischen Gebirgsbataillon. Deshalb hat das Museum ( www.kobariski-muzej.si ) Rommels 1937 erschienene Schrift „Infanterie greift an“ unter dem Titel „Angriffsschlacht bei Tolmein 1917“ im Jahre 2002 auf deutsch, slowenisch und englisch neu herausgegeben und verkauft das Buch an der Museumskasse. Als Motto wird ein liebenswürdiger Ausspruch des späteren Befehlshabers des deutschen Afrikakorps zitiert. Unter dem Datum 25. Oktober 1917 schreibt er über sein Bataillon: „Die Masse sitzt wenige Meter vom Feind in festgebauten Häusern bei Kaffee und Dörrobst, das die sehr freundlichen Slowenen anbieten …“ Über den späteren Hitler-Gegner, der zum Opfer des NS-Regimes wurde, schreiben die slowenischen Herausgeber: „Das persönliche Vorbild eines Truppenkommandeurs bildete einen entscheidenden Faktor“. Hat man im kleinen Slowenien etwa mehr Sinn für Geschichte als bei uns?

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