Abschiebung per SMS

Egal wie stumpfsinnig ein Thema sein mag, wenn es Quote zu holen gibt, machen Fernsehsender alles! Ob nun „Brother Brother“, Urteile im TV oder Superstars – nichts ist zu billig, nichts kann weit genug gehen. Als Christoph Schlingensief 2001 einen Container in Wien aufstellte, Asylbewerber unterbrachte und per Internet entscheiden ließ, wer rausfliegt, wollte der Skandälchenregisseur lediglich gegen die demokratisch gewählte schwarz-blaue Regierung protestieren. Der Werbesender „Neun-Live“ wollte vom Quotekuchen auch was abhaben und ließ kurzerhand Arbeitslose gegeneinander antreten – der Gewinner bekam die freie Stelle. Eine in Deutschland nie und nimmer vorstellbare Version bietet nun die britische BBC: Mittels Telefon oder einfach per Kurzmitteilung kann der Zuschauer entscheiden, welcher der vier „nachgestellten realen Fälle“ behandelt wird und welcher Asylant in seine Heimat zurückfliegen muß.

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