In der Anstalt

Markus Söder hat 2002 gesagt, Edmund Stoiber sei mit seinem Versuch Bundeskanzlers zu werden an ARD und ZDF gescheitert. So unzutreffend wie diese Aussage ist (Stoiber ist vor allem an sich selbst gescheitert, denn wer soviel Kreide frißt wie er damals, der wird unglaubwürdig), so sehr sind solche Rachegelüste eine Ursache für den aktuellen Streit um den ZDF-Chefredakteursposten. Edmund Stoiber und Roland Koch wollen den Chefredakteur Nikolaus Brender loswerden. Der Spiegel spricht deswegen von „Polit-Mobbing“, und Frank Schirrmacher erklärt in der FAZ höchstpersönlich, das Schauspiel in den zuständigen Gremien sei „abstoßend“ und „widerlich“. Die Wahrheit ist: Dieser Postenschacher ist Alltag. In jeder Firma, erst recht in staatlichen Monopolanstalten, wo es nicht nach Leistung geht, sondern nach Parteienproporz. Komisch nur, daß sich jetzt alle aufregen. Das liegt doch nur an Stoiber und Koch. Als Eva Herman (widerrechtlich, wie wir heute wissen) gefeuert wurde, hat der Spiegel nichts über „Polit-Mobbing“ geschrieben, und die FAZ kam auch nicht zu Hilfe. Hier wird mal wieder mit zweierlei Maß gemessen.

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