Die Vorsitzende der „Neue deutschen Medienmacher“, Ferda Ataman: „Diveristy“ sei „Chef:innensache“
Die Vorsitzende der „Neue deutschen Medienmacher“, Ferda Ataman: „Diveristy“ sei „Chef:innensache“ Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler

„Neue deutsche Medienmacher“
 

Migrantenorganisation fordert mehr „Diversity“ bei Journalisten

BERLIN. Die Migrantenorganisation „Neue deutsche Medienmacher“ (NdM) hat ihre Forderung bekräftigt, wonach Redaktionen „diverser“ werden müßten. Dazu präsentierte die Vereinigung am Mittwoch einen „Diversity-Guide“ unter dem Titel „Wie deutsche Medien mehr Vielfalt schaffen“.

Darin heißt es laut Ausschnitten auf der NdM-Website unter anderem: „Die deutsche Gesellschaft hat sich verändert, sie ist bunter geworden. Das sollte sich in der Berichterstattung wiederfinden.“ In dem Handbuch werde erklärt, welche Begriffe Journalisten in welchem Kontext verwenden sollten und welche nicht.

Bei der Berichterstattung über Straftaten herrsche „immer noch das Vorurteil, Geflüchtete oder Menschen mit internationaler Geschichte würden häufiger straffällig als biografisch Deutsche und ihre Herkunft hätte ursächlich damit zu tun“.

„Diversitäts-Daten“ erheben und „Softe Quoten“ einführen

Gerade jetzt, wo Medien an Absatz verlören, es eine Vertrauenskrise und mehr Konkurrenz gebe, sei „Diversity“ wichtig. „Mehr Vielfalt bringt neue Zielgruppen, neue Kundschaft und vor allem einen besseren, erfolgreicheren Journalismus.“

Je „diverser“ Redaktionen seien, desto mehr gelinge es, „Themen der Gesellschaft vorurteilsfrei aufzugreifen“, heißt es in den veröffentlichten Ausschnitten weiter. „Und so, wie wir uns heute keine reinen Männerredaktionen mehr vorstellen können, sollten wir uns auch keine weißen Redaktionen mehr vorstellen können. Gerade aufgrund des besonderen, verfassungsrechtlichen Auftrags der Medien ist die Frage der Zugangsgerechtigkeit und der Repräsentation aller Bevölkerungsgruppen im Journalismus auch eine Frage der Demokratie.“

Auch wird Medienunternehmen empfohlen: „Verschaffen Sie sich als Medienhaus ein Bild über den Anteil migrantischer Journalist:innen in Ihren Reihen, legen Sie diese Diversitäts-Daten transparent offen und formulieren Sie klare Zielvorgaben (Softe ‘Quoten’), die überprüft werden können.

Organisation wird mit Steuergeldern gefördert

Das Handbuch sei zwar an alle Redaktionen gerichtet, allerdings sei es nicht käuflich erwerblich. „Wir stellen es Medienhäusern gern zur Verfügung, nachdem die Chefredaktion oder Intendanz uns eine Stunde Zeit einräumt, in der wir erklären, warum Diveristy Chef:innensache ist.“

Die „Neuen deutschen Medienmacher“ sind ein Verein, der sich als „Interessenvertretung für Medienschaffende mit Migrationsgeschichte“ versteht und für eine „ausgewogene Berichterstattung“ eintritt, „die das Einwanderungsland Deutschland adäquat wiedergibt“.

Dem Vorstand gehört unter anderem die türkischstämmige Journalistin Ferda Ataman an, ebenso wie die frühere Sprecherin von Alt-Bundespräsident Joachim Gauck, Ferdos Forudastan. Allerdings sind nicht alle Journalisten mit Migrationshintergrund in der Vereinigung erwünscht.

In der Vergangenheit machten die „Neuen Deutschen Medienmacher“ unter anderem als Sprachwärter auf sich aufmerksam, die Journalisten vorscheiben wollten, wie diese über die Asylkrise zu berichten hätten. Zuletzt kaufte der mit Steuergeldern finanzierte Verein mehreren Patenschaften für Hoch- und Tiefdruckgebiete und gab ihnen ausländisch klingende Namen. (ls/krk)

Die Vorsitzende der „Neue deutschen Medienmacher“, Ferda Ataman: „Diveristy“ sei „Chef:innensache“ Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
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