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WDR-Intendant Tom Buhrow verteidigt die geplante Beitragserhöhung mit der Corona-Berichterstattung Foto: picture alliance/Oliver Berg/dpa
ARD-Chef Tom Buhrow Foto: picture alliance/Oliver Berg/dpa

ARD-Chef
 

Tom Buhrow lehnt Gender-Sprech ab

BERLIN. ARD-Chef Tom Buhrow hat sich gegen das Verwenden von gendergerechter Sprache im Fernsehen ausgesprochen. „Ich kann Ihnen sagen, was meine persönliche Meinung dazu ist: In der Schriftsprache finde ich es in Ordnung, in der gesprochenen Sprache wirkt es auf mich künstlich, und bislang ist es nicht in den Alltagsgebrauch übergegangen. Es ist ähnlich wie mit der Kleidung. Alles, was irgendwie ablenkt, führt dazu, daß man sich nicht mehr auf das Thema konzentriert“, erläuterte Buhrow gegenüber dem Spiegel.

Das sage er aber nicht als ARD-Vorsitzender, „sondern als Journalist Tom Buhrow“. Das Gendern der Sprache gehöre zur Vielfalt, die die ARD verkörpere. „Manche unserer Moderatorinnen und Moderatoren machen es, aber es ist kein Ukas“, ergänzte Buhrow.

Das Gender-Sprech hat längst Einzug in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und seine Nachrichtensendungen gehalten. Viele Moderatoren sprechen regelmäßig das Gender-Sternchen mit, indem sie bewußte Pausen zwischen den männlichen und weiblichen Bezeichnungen bestimmter Gruppen machen. Zum Beispiel „Künstler – (Pause) – innen“, „Bürger – (Pause) – innen“ oder „Soldaten – (Pause) – innen“. Auch Anne Will achtet in ihrer Talkrunde genauestens auf die Einhaltung einer gendergerechten Sprache und spricht beispielsweise vom „Bund der Steuerzahler (Pause) innen“.

JF überreicht ZDF Unterschriften gegen Gender-Sprech

Beim ZDF hat sich die Geschäftsleitung auf einen internen „Leitfaden für gendersensiblen Sprachgebrauch“ verständigt, der – von den Gleichstellungs- und Diversitybeauftragten des Senders, Marita Lewening, verantwortet – für alle Mitarbeiter des ZDF im Intranet zugänglich steht.

Viele Zuschauer reagieren genervt angesichts solcher sprachlichen Spreizungen. Eine Petition der JUNGEN FREIHEIT, die ein Ende der Gender-Sprache fordert, fand mehr als 25.000 Unterschriften. JF-Chefredakteur Dieter Stein überreichte am Freitag dem ZDF die gesammelten Unterschriften.

Kein normaler Mensch rede so, wie es derzeit bereits im „Heute Journal“ oder bei Anne Will in ihrer Talksendung praktiziert werde, begründete Stein die Initiative. „Die Menschen vor den Bildschirmen ärgern sich über die bevormundende Sprache. Ohne den Protest von vielen Tausend Bürgern machen die Sendeverantwortlichen einfach so weiter. Es muß sich etwas tun und es ist großartig, daß über 25.000 Bürger unsere Petition unterschrieben haben.“

Kirchengemeinde gendert Jesus

Unterdessen sorgt eine Berliner Kirchengemeinde mit dem Gendern von Jesus für Empörung. Im Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Alt-Pankow wird das Geschlecht von Jesus bewußt unbestimmt gelassen, berichtet die Bild-Zeitung. Es sei von einem „Jesus* für alle“ die Rede.

Pfarrerin Stefanie Sippel rechtfertigte die Formulierung: „Nach dem, was in der Bibel steht, können wir davon ausgehen, daß Gott eine Verbindung zu allen Menschen aufnehmen möchte. Durch die Menschwerdung in Jesus sollen sie sich Gott zuwenden können.“ Die Festlegung auf ein bestimmtes Geschlecht könne aber eine Distanz aufbauen. „Deshalb kann Jesus sich nicht zu sehr auf eine sexuelle Identität festgelegt haben“, sagte sie dem Blatt.

Erst im September hatte die katholische Studierendenjugend bei zahlreichen Gläubigen Kopfschütteln verursacht, weil sie forderte, „Gott“ künftig nur noch mit Genderstern zu schreiben. Durch eine entsprechende Kampagne soll ein anderes Gottesbild vermittelt werden, „weg von dem strafenden, alten, weißen Mann mit Bart hin zu einer Gottes*vielfalt“. (krk)

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